Tatjana Pinto

Tatjana Pinto - Mit Karibik-Flair zur Medaille?

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: 100 m
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 02.07.1992
in Münster
Größe: 170 cm
Gewicht: 56 kg
Verein: LC Paderborn
Trainer: Thomas Prange
Beruf: Studentin (Soziale Arbeit)

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
11,00 Sek. (2016)
22,84 Sek. (2018)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
4. Platz 2016 (4x100 m)
21. Platz 2016 (100 m)
5. Platz 2012 (4x100 m)

Weltmeisterschaften:
4. Platz 2017 (4x100 m)
4. Platz 2013 (4x100 m)

Europameisterschaften:
Bronze 2018 (4 x 100 m)
9. Platz 2018 (100 m)
Bronze 2016 (4x100 m)
6. Platz 2016 (100 m)
Gold 2012 (4x100 m)
8. Platz 2012 (100 m)

Deutsche Meisterschaften:
Bronze 2017 (100 m)
Gold 2016 (100 m)
Gold 2014 (100 m)
Silber 2012 (100 m)

Hallen-DM:
Gold 2018 (60 m)
Gold 2018 (200 m)
Gold 2016 (60 m)
Bronze 2014 (60 m)
Bronze 2012 (60 m)

U23-EM:
Gold 2013 (4x100 m)
Bronze 2013


Tatjana Pinto träumt von einer Zeit unter elf Sekunden und einer Medaille bei der Heim-EM. Das nötige Rüstzeug dafür holte sie sich unter anderem in Jamaika.

Tatjana Pinto konnte es selbst kaum glauben. 7,06 Sekunden - die Paderbornerin verbuchte im Februar bei der Hallen-DM in Dortmund die schnellste Zeit über 60 m seit Katrin Krabbe 1991. Sie ist damit die drittschnellste deutsche Hallensprinterin der Geschichte, lediglich die DDR-Athletinnen Marita Koch und Silke Möller (je 7,04) waren in der Hochzeit des Anabolikadopings schneller, die später überführte Krabbe sprintete ebenfalls 7,06.

Die Elf-Sekunden-Schallmauer durchbrechen

Bei der Hallen-WM in Birmingham war zwar das Halbfinale die Endstation, doch auch in diesem Sommer zeigt Pinto starke Leistungen: Über 200 m blieb sie im Mai in Weinheim erstmals unter 23 Sekunden (22,84), über die 100 m benötigte sie am 3. Juni in Regensburg 11,11 Sekunden. Ihr Traum: die Elf-Sekunden-Schallmauer zu durchbrechen. Im vergangenen Jahr war sie bereits unter der magischen Marke geblieben, allerdings mit zu viel Rückenwind. "Meine Bestzeit liegt bei elf Sekunden (seit 2016, d.Red.). Am besten darunter bleiben", erläuterte die 26-Jährige ihre Ziele für den Sommer.

Training bei der Sprintnation Jamaika

Das nötige Rüstzeug dafür holte sie sich unter anderem bei einem dreiwöchigen Trainingslager in Jamaika. In Kingston trainierte sie bei Sprint-Guru Stephen Francis, der unter anderem die Doppel-Olympiasiegerin Elaine Thompson betreut. "Die Lockerheit und den Spaß habe ich mitgenommen. Und die Wettkampfsituation. Dass man locker bleibt, egal, wer neben einem sitzt", sagte Pinto, die erst mit 14 zur Leichtathletik gekommen war, nachdem sie zuvor Ballett, Schwimmen und Volleyball ausprobiert hatte.

Staffel-Europameisterin 2012

Neben Top-Zeiten peilt die 26-Jährige in diesem Jahr vor allem eine Medaille vor heimischem Publikum in Berlin an. Das wäre "schon cool", meinte sie. Ihr erstes EM-Edelmetall hatte sie bereits 2012 gewonnen: In Helsinki lief sie in der DLV-Formation an dritter Position in der Kurve und holte mit der Staffel sensationell Gold.

Tatjana Pinto jubelt. © picture alliance Foto: Axel Kohring

Kam 2016 stark zurück: Tatjana Pinto.

Nach anschließend schwierigen Zeiten sportlich wie privat griff sie im Olympia-Jahr 2016 wieder ganz oben an, holte bei der EM in Amsterdam mit der Staffel Bronze und lief als Solistin in 11,33 Sekunden auf Rang sechs. "Ich war seit vier Jahren wieder in einem internationalen Finale, das ist ein Riesenerfolg für mich", jubelte sie. Bereits zuvor war das DLV-Quartett mit Pinto, Lisa Mayer, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase in Regensburg mit seinem Sieg in 42,00 Sekunden in historische Dimensionen vorgestoßen. Seit der Wiedervereinigung war keine deutsche Staffel so schnell.

Platz vier in Rio und London

Bei den Olympischen Spielen in Rio sprintete die deutsche Staffel auf Rang vier, nur wenige Zehntel fehlten zu Bronze. Auch im vergangenen Jahr lief das DLV-Team bei der WM in London nur knapp an einer Medaille vorbei. Wieder Platz vier, nachdem der erste Wechsel von Pinto auf Mayer nicht gut funktioniert hatte. Über 100 m kam für die schnelle Frau aus Westfalen nach einem Fehlstart das frühzeitige Aus.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 12.08.18 22:32 Uhr