Tatjana Pinto

Tatjana Pinto - Gegen alle Widerstände

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: 100 m
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 02.07.1992
in Münster
Größe: 170 cm
Gewicht: 56 kg
Verein: LC Paderborn
Trainer: Rana Reider
Beruf: Studentin (Soziale Arbeit)

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
11,00 Sek. (2016)
22,63 Sek. (2019)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
4. Platz 2016 (4x100 m)
21. Platz 2016 (100 m)
5. Platz 2012 (4x100 m)

Weltmeisterschaften:
4. Platz 2017 (4x100 m)
4. Platz 2013 (4x100 m)

Europameisterschaften:
Bronze 2018 (4 x 100 m)
9. Platz 2018 (100 m)
Bronze 2016 (4x100 m)
6. Platz 2016 (100 m)
Gold 2012 (4x100 m)
8. Platz 2012 (100 m)

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2019 (100 m)
Gold 2019 (200 m)
Bronze 2017 (100 m)
Gold 2016 (100 m)
Gold 2014 (100 m)
Silber 2012 (100 m)

Hallen-DM:
Gold 2018 (60 m)
Gold 2018 (200 m)
Gold 2016 (60 m)
Bronze 2014 (60 m)
Bronze 2012 (60 m)

U23-EM:
Gold 2013 (4x100 m)
Bronze 2013


Tatjana Pinto ist trotz langer Verletzungspause in überragender Form. Bei den deutschen Meisterschaften siegte sie über 100 m und erstmals auch über die doppelte Distanz.

Tatjana Pinto ist in der Form ihres Lebens. Bei den deutschen Meisterschaften in Berlin setzte sie sich zunächst im Duell über 100 m in 11,09 Sekunden und damit der zweitschnellsten Zeit ihrer Karriere gegen Gina Lückenkemper durch. Einen Tag später siegte sie zudem erstmals über 200 m in persönlicher Bestzeit von 22,65 Sekunden und knackte damit auch über die längere Distanz die WM-Norm. In Doha geht sie bis in die Zehenspitzen motiviert an den Start: "Da will ich abliefern."

Dabei hatte die Paderbornerin erst im Juni ihr Comeback nach langer Verletzungspause gegeben. Pinto war durch hartnäckige Ischias-Probleme zurückgeworfen worden, die sie schon bei der Heim-EM im vergangenen Jahr beeinträchtigt hatten. Dem Halbfinal-Aus in Berlin folgte eine wochenlange Zwangspause, die Hallensaison ließ sie aus, um sich optimal auf die Freiluftsaison mit DM und WM vorzubereiten - offensichtlich mit Erfolg.

Drittschnellste deutsche Hallensprinterin aller Zeiten

Bereits vor ihrer Verletzungspause hatte die 27-Jährige mit starken Leistungen geglänzt. Bei der Hallen-DM 2018 in Dortmund verbuchte sie in 7,06 Sekunden die schnellste Zeit über 60 m seit Katrin Krabbe 1991. Sie ist damit die drittschnellste deutsche Hallensprinterin der Geschichte, lediglich die DDR-Athletinnen Marita Koch und Silke Möller (je 7,04) waren in der Hochzeit des Anabolikadopings schneller, die später überführte Krabbe sprintete ebenfalls 7,06. Im darauffolgenden Sommer blieb sie über 200 m erstmals unter 23 Sekunden (22,84), über 100 m benötigte sie 11,11 Sekunden. Ihr Traum: die Elf-Sekunden-Schallmauer zu durchbrechen. 2017 war sie bereits unter der magischen Marke geblieben, allerdings mit zu viel Rückenwind. Ihre Bestzeit liegt seit 2016 bei 11,00 Sekunden. "Ich will am Ende meiner Karriere mit mir im Reinen sein. Und das kann ich nur, wenn ich weiß, ich habe alles rausgeholt", sagt sie.

Staffel-Europameisterin 2012

Tatjana Pinto jubelt. © picture alliance Foto: Axel Kohring

Kam 2016 stark zurück: Tatjana Pinto.

Pinto kam erst mit 14 zur Leichtathletik, nachdem sie zuvor Ballett, Schwimmen und Volleyball ausprobiert hatte. Ihr erstes EM-Edelmetall gewann sie 2012: In Helsinki lief sie in der DLV-Formation an dritter Position in der Kurve und holte mit der Staffel sensationell Gold. Nach anschließend schwierigen Zeiten sportlich wie privat griff sie im Olympia-Jahr 2016 wieder ganz oben an, holte bei der EM in Amsterdam mit der Staffel Bronze und lief als Solistin in 11,33 Sekunden auf Rang sechs. "Ich war seit vier Jahren wieder in einem internationalen Finale, das ist ein Riesenerfolg für mich", jubelte sie. Bereits zuvor war das DLV-Quartett mit Pinto, Lisa Mayer, Lückenkemper und Rebekka Haase in Regensburg mit seinem Sieg in 42,00 Sekunden in historische Dimensionen vorgestoßen. Seit der Wiedervereinigung war keine deutsche Staffel so schnell.

Platz vier in Rio und London

Bei den Olympischen Spielen in Rio sprintete die deutsche Staffel auf Rang vier, nur wenige Zehntel fehlten zu Bronze. Auch 2017 lief das DLV-Team bei der WM in London nur knapp an einer Medaille vorbei. Wieder Platz vier, nachdem der erste Wechsel von Pinto auf Mayer nicht gut funktioniert hatte. Über 100 m kam für die schnelle Frau aus Westfalen nach einem Fehlstart das frühzeitige Aus.

Medaille mit der Staffel möglich

Bei der WM in Doha geht es im Einzel um Achtungserfolge, in der Staffel aber ist eine Medaille möglich. Beim ISTAF in Berlin war das DLV-Quartett in der geplanten WM-Besetzung Lückenkemper, Pinto, Lisa-Marie Kwayie und Yasmin Kwadwo an die Spitze der Welt-Jahresbestenliste gestürmt.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 27.09.19 13:40 Uhr