Sebastian Brendel, Kanute

Sebastian Brendel: Der Dominator im Canadier

Sportart: Kanu
Disziplinen: 1000 m Canadier Einer , 1000 m Canadier Zweier
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 12.03.1988
in Schwedt/Oder
Größe: 192 cm
Gewicht: 92 kg
Verein: KC Potsdam
Beruf: Bundespolizist

Sportliche Eckdaten

Größte Erfolge
Olympische Spiele:
1. Platz 2012 (Canadier-Einer, 1000m)

Weltmeisterschaft:
1. Platz 2015 (Canadier-Einer, 5000m)
8. Platz 2015 (Canadier-Einer, 500m)
1. Platz 2015 (Canadier-Einer, 1000m)
4. Platz 2014 (Canadier-Einer, Staffel, 4x200m)
2. Platz 2014 (Canadier-Einer, 500m)
1. Platz 2014 (Canadier-Einer, 5000m)
1. Platz 2014 (Canadier-Einer, 1000m)
1. Platz 2013 (Canadier-Einer, 5000m)
2. Platz 2013 (Canadier-Einer, Staffel, 4x200m)
2. Platz 2013 (Canadier-Einer, 1000m)
3. Platz 2011 (Canadier-Einer, Staffel, 4x200m)
8. Platz 2010 (Canadier-Einer, 500m)
6. Platz 2010 (Canadier-Einer, Staffel, 4x200m)
3. Platz 2010 (Canadier-Einer, 1000m)
4. Platz 2009 (Canadier-Einer, 500m)
4. Platz 2009 (Canadier-Einer, Staffel, 4x200m)
3. Platz 2009 (Canadier-Einer, 1000m)
2. Platz 2007

Europameisterschaft:
1. Platz 2016 (Canadier-Einer, 1000m)
7. Platz 2015 (Canadier-Einer, 500m)
1. Platz 2015 (Canadier-Einer, 5000m)
1. Platz 2015 (Canadier-Einer, 1000m)
2. Platz 2014 (Canadier-Einer, 500m)
1. Platz 2014 (Canadier-Einer, 5000m)
1. Platz 2014 (Canadier-Einer, 1000m)
1. Platz 2013 (Canadier-Einer, 5000m)
6. Platz 2013
1. Platz 2012 (Canadier-Einer, 1000m)
5. Platz 2011 (Canadier-Einer, 200m)
1. Platz 2011 (Canadier-Einer, 5000m)
1. Platz 2011 (Canadier-Einer, 1000m)
1. Platz 2010 (Canadier-Einer, 1000m)
3. Platz 2009 (Canadier-Einer, 500m)
2. Platz 2009 (Canadier-Einer, 1000m)
5. Platz 2009 (Canadier-Einer, 200m)
2. Platz 2009 (Canadier-Einer, Staffel, 4x200m)
2. Platz 2008 (Canadier-Einer, 500m)
3. Platz 2008 (Canadier-Einer, 1000m)
6. Platz 2007
3. Platz 2007

Europaspiele:
1. Platz 2015 (Canadier-Einer, 1000m)


Wenn Sportler Sportler wählen, zählt das für die Ausgezeichneten meistens mehr als jeder andere Preis. Sebastian Brendel macht da keine Ausnahme - fast jedenfalls. Als der 28 Jahre alte Kanute aus Schwedt an der Oder zum "Champion des Jahres" gewählt wurde, zuckte er jedenfalls fast erschrocken zusammen. Ungewöhnlich nervös nahm er die Auszeichnung der Kollegen entgegen und ordnete sie gleich neben seinem Olympiasieg in den Trophäenschrank ein. Soviel Anerkennung ist für einen Kanuten schließlich eher ungewöhnlich.

Ungewöhnlich erfolgreich

Ungewöhnlich ist der Modellathlet auch. Ungewöhnlich erfolgreich. Seit Jahren schon beherrscht er die Konkurrenz im Einer-Canadier. Bei den Europameisterschaften in Moskau holte der Titelverteidiger wie gewohnt die Goldmedaille und bestätigte sechs Wochen vor den Olympischen Spielen in Rio einmal mehr seine Ausnahmestellung. Seit nun fast drei Jahren ist der Modellathlet ungeschlagen auf seiner Paradestrecke, den 1.000 Metern. Kein Wunder, dass bei Olympia nichts anderes als die zweite Goldmedaille nach London 2012 von ihm erwartet wird.

"Riesenehre" und "Wahnsinnsgefühl"

Die Begehrlichkeiten hat er selbst geweckt. Eine "sensationelle Saison" liege hinter ihm, hieß es bei der von 77 Spitzenathleten beschlossenen Ehrung im sogenannten "Club der Besten" an der türkischen Riviera im vergangenen Herbst. Genau ein Jahr vor Olympia hatte der Potsdamer zuvor WM-Gold im Canadier-Einer geholt. Grund genug für die Kollegen aus den unterschiedlichsten Sportarten und Disziplinen, nach Andreas Dittmer (2001) abermals einen "Canadier" auf den Thron zu heben. "Riesenehre" und "Wahnsinnsgefühl" waren die Attribute, die dem fünffachen Weltmeister spontan einfielen.

"Jetzt muss ich Gas geben"

Sebastian Brendel beißt auf seine Goldmedaille. © dpa - Bildfunk Foto: Peter Kneffel

Sebastian Brendel nach seinem Olympiasieg in London.

Als der erste Schock vorüber war, sagte Brendel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Weltcup, Europameisterschaft, Europaspiele, Weltmeisterschaft - alles habe ich gewonnen. Jetzt muss ich Gas geben, dass es bis Olympia so weitergeht." Was danach kommt, weiß er noch nicht. Auf jeden Fall sollen seine Lebensgefährtin und die beiden Kinder dabei aber ein gewichtiges Wort mitreden dürfen. Den jährlichen Sonderurlaub mit den besten deutschen Athleten in der Türkei hat er als "Champion des Jahres" schon mal sicher - ein Auto und eine Reise nach Wahl auch.

Kraftpaket im wackligen Canadier

Als sich Brendel in seiner Heimatstadt Schwedt zum ersten Mal in einen der wackligen Canadier traute, war er acht Jahre alt. Auch nach seinem Wechsel zum KC Potsdam (2000) deutete zunächst wenig auf die heutige sportliche Dominanz des 1,92 Meter großen und 92 Kilo schweren Athleten hin. Der sportliche Durchbruch gelang erst 2005, als der damals 17-Jährige bei der Junioren-WM Doppelweltmeister im Einer-Canadier wurde. Zwei Jahre später rückte er ins Nationalteam auf.

Gegenwind schreckt Brendel nicht

In London 2012 holte er überlegen die Goldmedaille. Diesen Triumph will er nun in Rio bestätigen. Selbst Gegenwind kann ihn nicht mehr schrecken, wie sein zehnter EM-Titel beim letzten Test vor der Abreise nach Brasilien bewies. "Ich habe der Konkurrenz gezeigt, dass ich - ganz gleich unter welchen Bedingungen - gewinnen kann", sagte Brendel im Journal des Kanu-Verbands. "Damit habe ich mir eine Menge Respekt erarbeitet."

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 14.08.16 21:28 Uhr