Max Heß in Aktion

Max Heß hofft auf erneuten Coup

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: Dreisprung
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 13.07.1996
in Chemnitz
Größe: 186 cm
Gewicht: 79 kg
Verein: LAC Erdgas Chemnitz
Trainer: Harry Marusch
Beruf: Student (Wirtschaftsingenieurwesen)

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
17,20 m (2016)
Größte Erfolge
Europameisterschaften:
Gold 2016

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2017
Gold 2016

Hallen-WM:
Silber 2016

Hallen-EM:
Bronze 2017

Hallen-DM:
Gold 2018
Gold 2017
Gold 2016
Silber 2015

U23-EM:
Bronze 2017

U20-WM:
Silber 2014


2016 wurde Max Heß in seinem ersten Aktivenjahr sensationell Europameister. Kann der Chemnitzer bei der Heim-EM in Berlin seinen Coup von Amsterdam wiederholen?

"Das ist der beste Tag in meinem Leben", jubelte Max Heß vor zwei Jahren bei den kontinentalen Titelkämpfen in den Niederlanden. Ein einziger gültiger Versuch über 17,20 m reichte dem Teenager, der wenige Tage später seinen 20. Geburtstag feierte, zum historischen Gold. Seine persönliche Bestleistung verbesserte er gleich um 14 Zentimeter. Der Abiturient avancierte damit zum jüngsten Dreisprung-Europameister der Geschichte und verbuchte zudem den erst zweiten deutschen EM-Titelgewinn in dieser Disziplin nach DDR-Sportler Jörg Drehmel 1971.

Max Heß © dpa - Bildfunk Foto: Michael Kappeler

3:12 min | 04.08.2018 | Das Erste

Als sich Max Heß sensationell EM-Gold schnappte

Youngster Max Heß verblüffte 2016 in Amsterdam die europäische Elite und holte sich überraschend Gold im Dreisprung. Der Sprung zum Sieg und das anschließende Interview.

"Ein großer Traum wurde wahr"

Schon wenige Monate zuvor hatte Heß die Leichtathletik-Welt in Staunen versetzt, als er bei der Hallen-WM mit zwei Sprüngen auf 17,14 m Silber holte. Es war das erste WM-Edelmetall der deutschen Dreispringer seit den Hallen- und Freiluft-Goldmedaillen von Charles Friedek 1999 in Maebashi und Sevilla. "Ein großer Traum wurde wahr", jubelte das Talent, das 2015 nach einem Muskelfaserriss im Beuger noch mit einer Weite von 16 m gekämpft hatte. Im Sommer 2016 setzte der Chemnitzer dann seinen unverhofften Höhenflug fort. Bei den deutschen Meisterschaften siegte er mit 17,06 m - es war sein erster Sprung über 17 m im Freien und das Ticket für die Olympischen Spiele in Rio, wo er in der Qualifikation knapp scheiterte.

Faszination Fliegen

Der deutsche Dreispringer Max Heß © imago/Eibner

Max Heß genießt den Dreisprung.

2014 hatte der Sachse mit dem ästhetischen und schnelligkeitsorientierten Sprungstil, der ein wenig an Weltrekordler Jonathan Edwards erinnert, noch Weitsprung-Silber bei der U20-DM geholt. Dennoch entschied er sich klar für den Dreisprung. Die Gründe liegen für ihn auf der Hand. "Dreimal Abspringen und dreimal dieses Gefühl erleben, schwerelos zu sein. Beim Weitsprung hebt man einmal ab und das war es. Im Dreisprung kann man das zweimal mehr genießen", erklärte Heß "leichtathletik.de". Das Geheimnis seines Erfolgs, so sagt der Europameister von Amsterdam selbst, sei seine mentale Stärke: "Ich lasse mich durch nichts aus der Ruhe bringen."

Deutscher Hallenrekord in Belgrad

2017 schrieb der angehende Wirtschaftsingenieur seine Erfolgsgeschichte zunächst fort. Im März stellte er bei der Hallen-EM in Belgrad in der Qualifikation mit 17,52 m einen deutschen Hallenrekord auf, am Ende holte er Bronze. Bei der DM in Erfurt verteidigte er seinen Titel mit starken 17,24 m erfolgreich - allerdings wehte bei dem Versuch mit 2,1 m/s etwas zu viel Rückenwind. Es wäre eine persönliche Bestleistung gewesen. Seinen Start bei der WM in London musste der 22-Jährige dann allerdings im letzten Moment absagen, weil er Probleme mit dem Beuger hatte, und auch die Welt-Titelkämpfe unterm Dach im vergangenen März verliefen mit Rang elf enttäuschend.

Bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg kurz vor der EM brach Heß seinen Wettkampf vorzeitig ab. "Das war eine Sicherheitsmaßnahme. Der Beuger hat ein bisschen gekrampft, das wollten wir nicht aufreißen lassen", erklärte er. Der Saisonhöhepunkt kommt schließlich noch: "Das muss man vor Berlin nicht riskieren."

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 23.07.18 12:09 Uhr