Die deutsche Stabhochspringerin Lisa Ryzih

Lisa Ryzih

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: Stabhochsprung
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 27.09.1988
in Omsk (Russland)
Größe: 179 cm
Gewicht: 60 kg
Verein: ABC Ludwigshafen
Trainer: Vladimir Ryzih
Beruf: Studentin (Psychologie)

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
4,73 m (2016)
4,75 m (2017/Halle)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
10. Platz 2016
6. Platz 2012

Weltmeisterschaften:
12. Platz 2015
8. Platz 2013

Europameisterschaften:
Silber 2016
4. Platz 2014
Bronze 2010

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2017
Silber 2016
Gold 2015
Gold 2014

Hallen-EM:
Silber 2017

U23-EM:
Gold 2009

U20-WM:
Gold 2004

U18-WM:
Gold 2003


Wer weiß, wohin Lisa Ryzihs Weg geführt hätte, wäre ihr Vater 10.000-m-Läufer gewesen. Vladimir Ryzih war aber Stabhochspringer - und kein schlechter. Mit seiner Familie kam er 1992 aus Russland nach Deutschland. Ein Jahr später baute der Trainer in Zweibrücken ein Stabhochsprung-Leistungszentrum für Frauen auf. Klar, dass er auch seine beiden Töchter Nastia und Lisa unter seine Fittiche nahm. Und die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.

Medaillensammlerin im Jugendbereich

Während Lisa als B-Jugendliche auch noch im Hürdenlauf startete, war ihre ältere Schwester schon auf den Stabhochsprung fokussiert: 1999 wurde Nastia Ryzih Hallen-Weltmeisterin. Lisa trat jedoch bald in ihre Fußstapfen und sammelte jede Menge Meriten. 2003 und 2004 wurde sie U18- und U20-Weltmeisterin. Bei den U23-Juniorinnen holte sich die gebürtige Russin 2009 den Europameistertitel. Über genug Erfahrung verfügte sie damals schon, hatte sie doch bereits im Alter von elf Jahren ihren ersten Wettkampf absolviert.

EM-Dritte in Barcelona, in Zürich auf Rang vier

Nach den vielen Erfolgen im Jugend- und Juniorenbereich gab Ryzih auch bei den Erwachsenen gleich im ersten internationalen Titelkampf eine beeindruckende Visitenkarte ab. Mit persönlicher Bestleistung von 4,65 m gewann sie 2010 völlig überraschend die Bronzemedaille bei der EM in Barcelona. "Ich bin überglücklich. Das war mein Traum", jubelte die damals 21-Jährige.

Lisa Ryzih © picture-alliance Foto: Rainer Jensen

Enttäuscht über Rang vier: Lisa Ryzih.

2012 erfüllte sich die für den ABC Ludwigshafen startende Stabartistin mit der Olympia-Teilnahme einen weiteren großen Traum. "Jeden Tag, wenn ich ins Training gehe, mache ich alles nur für Olympia", hatte sie schon 2011 betont. In London belegte sie schließlich mit 4,45 m den sechsten Rang. 2014 steigerte sich Ryzih in Rottach-Egern auf 4,71 m. Bei der EM in Zürich lag sie bis zum letzten Sprung erneut auf Bronzekurs, musste sich am Ende aber mit Rang vier (4,60 m) begnügen - und war bitter enttäuscht.

Silber in Amsterdam

2015 kostete die Ludwigshafenerin eine leichte Handverletzung eine bessere Platzierung bei der WM in Peking. Mit 4,60 m belegte sie Rang zwölf. Viel besser lief es im vergangenen Jahr bei der EM in Amsterdam, wo sie starke Nerven bewies. Nach einem Fehlversuch über 4,55 m stieg sie erst wieder bei 4,70 m ein und meisterte die Höhe - Silber! Mit nur vier Sprüngen sicherte sie sich das Edelmetall und beendete umgehend den Wettkampf, nachdem der zweite Platz perfekt war. Die neue Europameisterin Ekaterini Stefanidi (Griechenland) konnte zunächst nicht glauben, dass ihre letzte Konkurrentin freiwillig ausstieg. "Es musste sein. Ich hatte Olympia im Hinterkopf und wollte keine Verletzung riskieren", sagte Ryzih, die sechs Jahre auf eine zweite Medaille bei internationalen Großereignissen hatte warten müssen.

Kurz darauf unterstrich die Vize-Europameisterin beim Stabhochsprung-Meeting in Jockgrim ihre starke Form: Sie siegte mit der persönlichen Bestleistung von 4,73 m und scheiterte erst beim Versuch, den deutschen Rekord der Leverkusenerin Silke Spiegelburg (4,82) um einen Zentimeter zu überbieten. Bei den Olympischen Spielen in Rio konnte sie dann aber nicht an die Vorleistungen anknüpfen und wurde Zehnte (4,50 m).

Hoffen auf persönliche Bestleistung in London

Im vergangenen Winter erweiterte die 28-Jährige ihre Medaillensammlung um Hallen-DM-Gold und -EM-Silber (4,75), in Erfurt avancierte die Psychologie-Studentin mit 4,70 m auch zur deutschen Freiluft-Meisterin. In London will sie um Edelmetall mitspringen und rechnet damit, dass 4,80 m dafür nötig sein werden - das wäre persönliche Bestleistung.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 21.07.17 17:40 Uhr