Konstanze Klosterhalfen

Konstanze Klosterhalfen: Das größte Lauftalent

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: 1500 m
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 18.02.1997
in Bonn
Größe: 175 cm
Gewicht: 48 kg
Verein: TSV Bayer 04 Leverkusen
Trainer: Sebastian Weiß
Beruf: Studentin (Sport)

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
14:51,38 Min. (5.000 m/2017)
3:58,92 Min. (1.500 m/2017)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
16. Platz 2016 (1.500 m)

Weltmeisterschaften:
16. Platz 2017 (1.500 m)

Europameisterschaften:
5. Platz 2018 (5.000 m)

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2018 (1.500 m)
Gold 2017 (1.500 m)
Gold 2016 (1.500 m)
Silber 2015 (1.500 m)

Hallen-WM:
7. Platz 2018 (3.000 m)

Hallen-EM:
Silber 2017 (1.500 m)

Hallen-DM:
Gold 2018 (3.000 m)
Gold 2017
Gold 2016 (3.000 m)
Silber 2015


U20-WM:
Bronze 2016 (3.000 m)

U23-EM:
Gold 2017 (1.500 m)


Konstanze Klosterhalfen gilt als eins der größten Lauftalente Europas - und ist ein Tausendsassa. 2013 lief sie bei der Berliner Fashion-Week als Model über den Laufsteg, jahrelang war sie zudem im Turnen, Tanzen, Tennis und Handball aktiv, bevor sie sich auf die Leichtathletik spezialisierte. Abseits der Laufbahn nimmt die 21-Jährige regelmäßig Klavier- und Querflötenunterricht und geht zum Ballett - das tue ihrer Konzentration und der Beweglichkeit gut, erklärte sie.

Auf allen Strecken zwischen 800 und 5.000 m zuhause

Auch, was die Laufstrecken angeht, ist Klosterhalfen äußerst flexibel: Sie ist auf allen Strecken zwischen 800 und 5.000 m zuhause. Auf ihrer bisherigen Paradestrecke, den 1.500 m, blieb sie im vergangenen Jahr bei ihrem Debüt in der Diamond League in Rom erstmals unter vier Minuten (3:59,30). Das war seit dem Mauerfall keiner deutschen Läuferin mehr gelungen. Sie eroberte zudem Platz drei in der ewigen deutschen Bestenliste und den deutschen U23-Rekord. Beim ISTAF in Berlin steigerte sie sich erneut auf 3:58,92 Minuten.

Historisches Triple im vergangenen Jahr

Die deutsche Läuferin Konstanze Klosterhalfen © picture alliance / dpa Foto: Michael Kappeler

Mit fliegendem Pferdeschwanz von Erfolg zu Erfolg: Konstanze Klosterhalfen.

Mit ihrer Zeit von 14:51,38 Minuten gelang der zweimaligen U-20-Europameisterin im Crosslauf im vergangenen Jahr über 5.000 m sogar der Sprung auf Platz zwei der ewigen deutschen Bestenliste. Unter 15 Minuten über 5.000 m, unter vier Minuten über 1.500 m und unter zwei Minuten über 800 m (1:59,65) - Klosterhalfen schaffte damit 2017 ein historisches Triple, das es bislang in Deutschland noch nicht gegeben hat. Über 1.500 m waren im vergangenen Jahr weltweit nur drei Läuferinnen schneller als die spindeldürre Senkrechtstarterin, die 2016 als jüngste Leichtathletin in Rio das olympische Halbfinale über 1.500 m erreicht hatte.

Lehrgeld bei der WM in London

In den Medien wurde die Hallen-Vizeeuropameisterin von Belgrad und U23-Europameisterin nach ihren Vorleistungen schon als schnellste Europäerin bei der WM 2017 in London gehandelt. Doch im Halbfinale über 1.500 m attackierte sie in der letzten Runde, weil ihr das Rennen zu langsam war - und zahlte ordentlich Lehrgeld. Mit fliegenden Fahnen ging sie unter. "Bei den Meisterschaften muss man Taktik draufhaben. Das versuchen wir jetzt hinzukriegen", sagte Klosterhalfen, die kurz nach den Welt-Titelkämpfen erst ihren Hausrekord über 1.500 m und dann den deutschen 3.000-m-Rekord im Freien auf 8:29,89 Minuten verbesserte.

Die Rekorde purzeln

Auch unter dem Dach hält die Ausnahmeläuferin seit diesem Jahr über 3.000 m den deutschen Rekord: Bei der Hallen-DM in Dortmund lief sie an ihrem 21. Geburtstag in 8:36,01 Minuten zum Sieg und unterbot damit die 30 Jahre alte Bestmarke von Kathrin Ullrich um fast sechs Sekunden. Im Anschluss sangen ihr 4.000 Zuschauer ein Ständchen. "Das ist der schönste Geburtstag, den ich mir vorstellen kann", jubelte Klosterhalfen.

EM-Norm nach Laufpause auf Anhieb geschafft

In diesem Frühjahr und Sommer musste das Talent aufgrund hartnäckiger Kniebeschwerden eine viermonatige Laufpause einlegen. Mit Aqua-Jogging hielt sie sich fit. Drei Wochen vor der Heim-EM in Berlin gab die 21-Jährige ihr Comeback - und erfüllte auf Anhieb die EM-Norm über 5.000 m. Im belgischen Kortrijk kam Klosterhalfen in 15:19,93 Minuten als Zweite ins Ziel und blieb damit mehr als 20 Sekunden unter dem geforderten Richtwert.

Bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg verteidigte "Koko" ihren Titel über 1.500 m erfolgreich - und nutzte die Strecke auch als Tempo-Training für den Saisonhöhepunkt. Denn in Berlin wird sie die 5.000 m in Angriff nehmen, auf die sie sich zusehends konzentrieren will. "Mit ihrer Geschwindigkeit, die sie als bisherige 1.500-m-Spezialistin mitbringt, kann sie hintenraus über 5.000 m gut aussehen", sagte ihr Trainer Sebastian Weiß.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 12.08.18 22:29 Uhr