Zehnkämpfer Kai Kazmirek blickt in die Ferne

Kai Kazmirek - Wieder eine WM-Medaille?

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: Zehnkampf
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 28.01.1991
in Torgau
Größe: 189 cm
Gewicht: 87 kg
Verein: LG Rhein-Wied
Trainer: Jörg Roos
Beruf: Polizeikommissar

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
8.580 Punkte (2016)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
4. Platz 2016

Weltmeisterschaften:
Bronze 2017
6. Platz 2015

Europameisterschaften:
6. Platz 2014

Hallen-WM:
4. Platz 2018 (Siebenkampf)

Götzis:
1. Platz 2015

Ratingen:
1. Platz 2019

U23-EM:
Gold 2013

U20-EM:
Bronze 2009


Zehnkämpfer Kai Kazmirek feierte 2017 mit WM-Bronze seinen bisher größten Karriereerfolg. In Doha will der ruhige Perfektionist die nächste Medaille folgen lassen.

Ruhig, zurückhaltend, erfolgreich: Kai Kazmirek verfügt über besondere Eigenschaften, die ihm im Zehnkampf zugutekommen. Auch wenn es mal nicht so läuft, behält der Perfektionist die Übersicht und ist jederzeit in der Lage, wieder anzugreifen. Vor zwei Jahren feierte der 28-Jährige den bislang größten Erfolg seiner Karriere: Bei der WM in London sicherte er sich mit 8.488 Punkten Bronze und damit die erste Medaille bei einer großen internationalen Meisterschaft. "Ich bin einfach nur happy. Die Konkurrenz war stark, aber ich habe meine Chance genutzt. Mit so einer Punktzahl habe ich nicht gerechnet. Bombastisch", jubelte er im Anschluss.

Platz vier in Rio und bei der Hallen-WM

Zuvor war bei den Olympischen Spielen in Rio, wo Kazmirek seinen Hausrekord von 8.580 Zählern aufstellte, sowie bei der Hallen-WM 2018 jeweils der undankbare vierte Platz herausgesprungen. Für die Heim-EM in Berlin im vergangenen Jahr hatte sich der WM-Dritte von London viel vorgenommen, musste jedoch wegen muskulärer Probleme kurzfristig passen. Im Mai absolvierte er in Götzis seinen ersten Wettkampf nach langer Zwangspause und wurde mit 8.224 Punkten Sechster. In Ratingen siegte er kurz darauf trotz großer Hitze souverän mit starken 8.444 Zählern und verpasste seinen zweiten Wettkampf über 8.500 Punkte nur knapp. Die für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio geforderte Norm von 8.350 Zählern hakte er damit ab.

"Wenn Kai bei einem Topereignis dabei war, hat er immer abgeliefert", sagte Bundestrainer Christopher Hallmann. Kazmirek werde sicher nicht zu den Weltmeisterschaften reisen, "um Achter oder Neunter zu werden, sondern er will Richtung Podest kommen. Er hat total Bock darauf."

Nicht nur immer "Fußball, Fußball, Fußball"

Der deutsche Zehnkämpfer Kai Kazmirek beim Stabhochsprung © imago/GEPA pictures Foto: Mario Kneisl

Der Stabhochsprung zählt zu den Stärken von Kai Kazmirek.

Paradedisziplin des U23-Europameisters von 2013 ist der Stabhochsprung. Er selbst hält sich nicht für übermäßig talentiert, ist aber überaus trainingsfleißig und gilt als Mann der Konstanz. Kazmirek liest viel und diskutiert gern, ist reflektiert und in viele Richtungen interessiert. An der Sporthochschule Köln hat der für den Sport freigestellte Polizist ein zweites Studium angefangen. Nach seiner aktiven Karriere kann er sich vorstellen, sein Wissen und seine Erfahrungen an die nachfolgende Generation weiterzugeben: "Ich möchte, dass sich Kinder wieder mehr für die Leichtathletik begeistern. Dass es nicht immer nur heißt: Fußball, Fußball, Fußball", so der Zehnkämpfer, der selbst als Kind zunächst Fußball spielte, bevor er zur Leichtathletik wechselte.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 03.09.19 12:00 Uhr