Julian Reus

Julian Reus - Der schnellste Deutsche

Sportart: Leichtathletik
Disziplinen: 100 m , 4 x 100 m
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 29.04.1988
in Hanau
Größe: 176 cm
Gewicht: 75 kg
Verein: LAC Erfurt
Trainer: Gerhard Jäger
Beruf: Sportsoldat, Student (International Management)

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
10,01 Sek. (2016/DR)
20,29 Sek. (2017)
Größte Erfolge
Weltmeisterschaften:
4. Platz 2015 (4x100 m)
4. Platz 2013 (4x100 m)

Europameisterschaften:
Bronze 2016 (4x100 m)
Silber 2014 (4x100 m)
Silber 2012 (4x100 m)

Deutsche Meisterschaften:
Silber 2018 (100 m)
Gold 2017 (100 m, 200 m)
Gold 2016 (100 m)
Gold 2015 (100 m, 200 m)
Gold 2014 (100 m)
Gold 2013 (100 m, 200 m)
Gold 2012 (200 m)
Bronze 2012 (100 m)

Hallen-EM:
Bronze 2015 (60 m)

U20-EM:
Gold 2007 (100 m, 4x100 m)
Silber 2007 (200 m)


Er ist der schnellste Deutsche und hat mit der Sprinstaffel schon dreimal EM-Edelmetall gewonnen: Julian Reus. Als Solist fehlen allerdings die ganz großen Erfolge auf internationalem Parkett.

Es war der 26. Juli 2014, als Julian Reus im Vorlauf der deutschen Meisterschaften von Ulm in 10,05 Sekunden ins Ziel sprintete und damit den 29 Jahre alten Rekord des Magdeburgers Frank Emmelmann um eine Hundertstelsekunde unterbot. Im Finale stürmte er in 10,01 Sekunden vor dem zeitgleichen Lucas Jakubczyk zum Titel. Nur der um eine Kleinigkeit zu starke Rückenwind verhinderte den nächsten Paukenschlag. Der folgte zwei Jahre später in Mannheim, als er kurz vor Olympia die 100 m in exakt diesen 10,01 Sekunden wieder lief - diesmal bei gerade noch zulässigem Rückenwind von 1,8m/s.

In Amsterdam und Rio hinter den Erwartungen zurück

Der deutsche 100-Meter-Sprinter Julian Reus © picture alliance / dpa Foto: Michael Kappeler

"Ein harter Arbeiter": Julian Reus.

Auch in der Halle ist der 30-Jährige deutscher Rekordhalter, bei der DM 2016 in Leipzig sprintete er die 60 m in 6,52 Sekunden. Doch trotz überragender Form im Olympiajahr konnte Reus als Solist seine Leistung wie schon häufiger bei den großen internationalen Meisterschaften nicht abrufen: Bei der EM in Amsterdam qualifizierte er sich weder über 100 noch über 200 m für das Finale. Bei den Sommerspielen in Rio schied er schon im Vorlauf als Siebter aus.

Starker Start und unwiderstehliches Finish

Ungeachtet dessen hat sich der gebürtige Hesse konsequent zu einem europäischen Spitzensprinter entwickelt. Mit seinen 76 kg verteilt auf 1,76 m Körpergröße ist er zwar kein Hänfling, gegenüber den Kraftpaketen beispielsweise aus Großbritannien wirkt er aber geradezu schmächtig. Den körperlichen Nachteil hat er mit harter Trainingsarbeit wettgemacht. Ein starker Start und ein unwiderstehliches Finish sind seine großen Stärken. "Er ist extrem fokussiert, ein harter Arbeiter", charakterisiert ihn Sprint-Bundestrainer Ronald Stein.

9,99 Sekunden - aber zu viel Rückenwind

Julian Reus (l.) und Christophe Lemaitre beim Sprint in Zürich © dpa Foto: Jean-Christophe Bott

Macht es Julian Reus (l.) wie Christophe Lemaitre?

Geschafft hat Reus auch schon die magischen 9,99 Sekunden. Im vergangenen Jahr in Stockholm schien der historische deutsche Rekord schon gefallen zu sein. Aber die Bestmarke zählte nicht, der Rückenwind von 4,8 Metern pro Sekunde war zu stark. Als erster (und bis Juni 2018 einziger) weißer Sprinter hatte der Franzose Christophe Lemaitre (Bestleistung: 9,92, 2011) die Zehn-Sekunden-Marke geknackt.

EM-Medaillen mit der Staffel

Mit der Staffel hat Reus, der seit diesem Jahr aus privaten Gründen für LAC Erfurt startet, bereits internationale Meriten gesammelt: zweimal EM-Silber (2014 und 2012) und einmal -Bronze (2016), dazu jeweils Platz vier bei der WM 2013 und 2015. Als Solist allerdings fehlen die großen Erfolge auf internationalem Parkett. In Peking 2015 ließ er als erster Deutscher seit 1983 in einem WM-Halbfinale über 100 m zumindest aufhorchen.

Auf nationaler Ebene dominierte der Familienvater indes in den vergangenen Jahren. In Nürnberg musste sich der Seriensieger, der verletzungsbedingt spät in die Saison eingestiegen war, allerdings im 100-m-Finale nach fünf DM-Titeln in Folge mit 10,32 Sekunden Überraschungssieger Kevin Kranz (Wetzlar/10,28) geschlagen geben.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 08.08.18 13:41 Uhr