Franziska Hentke

Franziska Hentke - Rückschläge machen sie stark

Sportart: Schwimmen
Disziplinen: 100 m Brust , 200 m Schmetterling 400 m Lagen
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 04.06.1989
in Wolfen
Größe: 172 cm
Gewicht: 62 kg
Verein: SC Magdeburg
Trainer: Bernd Berkhahn
Beruf: Sportsoldatin

Sportliche Eckdaten

Größte Erfolge
Olympische Spiele:
11. Platz 2016 (200 m Schmetterling)

Weltmeisterschaften:
Silber 2017 (200 m Schmetterling)
4. Platz 2015 (200 m Schmetterling)

Europameisterschaften:
4. Platz 2018 (200 m Schmetterling)
Gold 2016 (200 m Schmetterling)
6. Platz 2014 (200 m Schmetterling)
5. Platz 2012 (200 m Schmetterling)
6. Platz 2010 (200 m Schmetterling)

Kurzbahn-WM:
Bronze 2014 (200 m Schmetterling)

Kurzbahn-EM:
Gold 2017 (200 m Schmetterling)
Gold 2015 (200 m Schmetterling)
Silber 2013 (200 m Schmetterling)
Bronze 2009 (200 m Schmetterling)


Dem Drama bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 folgte das Highlight bei der WM 2017 in Budapest. Dort verhinderte Franziska Hentke die totale Blamage für die deutschen Schwimmer, als sie mit WM-Silber über 200 Meter Schmetterling die einzige Medaille für den DSV nach Hause brachte. Bei der EM in Glasgow will die Magdeburgerin erneut auf dem Podest präsent sein.

Franziska Hentke ist ehrgeizig, trainingsfleißig und lässt sich so leicht nicht unterkriegen. Im Vorfeld der Olympischen Spiele von Rio galt sie als sichere Anwärterin auf eine Medaille, stattdessen scheiterte sie an ihren Nerven und damit auch im Halbfinale. Olympia und Franziska Hentke - das scheint nicht so richtig zu passen! 2008 verpasste die 29-Jährige die Qualifikation für Peking und auch 2012 scheiterte sie an den Vorgaben für die Spiele in London. Ans Aufgeben hat sie danach gedacht und lange gebraucht, um den Tiefschlag zu verdauen. Nach kritischer Analyse mit ihrem Heimtrainer Bernd Berkhahn stellte sie Training und Ernährung um, betrieb ihren Sport noch professioneller - und mit dem neu gewonnenen Spaß stellte sich auch der Erfolg ein. In den folgenden Jahren schwamm sie bei internationalen Kurzbahn-Meisterschaften stets vorne mit und 2016 gelang ihr auch auf der 50-Meter-Bahn der große Coup: Europameisterin in London!

Alles begann in Bitterfeld

In der kleinen Gemeinde Zschepkau im Landkreis Anhalt-Bitterfeld deutete zunächst wenig auf eine erfolgreiche Schwimm-Karriere von Hentke hin. In ihrer Kindheit stand neben Keyboard spielen auch Ballett im Fokus. Die erträumte Tänzer-Laufbahn endete allerdings früh und abrupt. Am Ende des Castings für den Ballettkurs klebte ein Zettel auf dem Rücken der damals Vierjährigen. Darauf stand: "Du bist raus!" Nix war's mit Ballett und auch ihre musikalischen Talente blieben der Öffentlichkeit verborgen. Immerhin: Jeweils an Weihnachten durfte Klein-Franzi im kleinen Kreis der Familie ihre Künste vorführen.

Schon als Jugendliche schwamm sie allen davon

Franziska Hentke gehört in Glasgow über 200 Meter Schmetterling zu den Favoritinnen © imago

Holt tief Luft für die EM-Titelverteidigung 2018: Franziska Hentke.

Der Zufall brachte sie irgendwann zum "Kacheln zählen" im Schwimmbecken. Ihre ersten Trainerinnen erkannten eine gute Wasserlage und nachdem sie bei Jugendwettkämpfen sämtliche Pokale abräumte, landete Hentke beim SV Halle. Mittlerweile schwimmt die Sportsoldatin längst beim SC Mageburg und auch nach dem Olympia-Desaster von Rio galt die Parole: hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitermachen. Die WM-Silbermedaille 2017 in London gab ihr zuschätzlich Schub, ihre Karriere mindestens bis zu den Spielen in Tokio 2020 fortzusetzen.

Trotz Trainerausschluss zum Erfolg

Die Rückschläge aus der Vergangenheit und der Druck, den sich die ambitonierte Athletin immer wieder selbst macht, waren nicht genug. In den entscheidenden Momenten fehlte Franziska Hentke auch noch der wichtigste Ansprechpartner: ihr Magdeburger Stützpunktrainer Bernd Berkhahn. Nach dem sportlichen Debakel von Rio entschied sich DSV-Bundestrainer Henning Lambertz für Veränderungen - der Verzicht auf die Heimtrainer bei internationalen Wettkämpfen gehörte dazu. Aber, soviel lässt sich erahnen, auch diese Belastung wird Hentke einfach wegschwimmen.

Training perfekt auf die EM ausgerichtet

Franziska Hentke bei den Deutschen Meisterschaften 2018. © imago/Bernd König

Noch nicht am Limit angekommen: Franziska Hentke bei der DM 2018 in Berlin.

Selbst die relativ bescheidene Siegerzeit bei ihrem zehnten deutschen Meistertitel im vergangenen Juli in Berlin bringen sie mittlerweile nicht mehr aus dem Konzept. Zwar fehlen noch knapp vier Sekunden bis zu ihrer Bestzeit von 2:05,26 Minuten. Doch die Magdeburgerin vertraut ihrem Trainer Berkhahn, der das Höhentraining total auf die EM abgestimmt hat. Sollte Hentke auf den Punkt genau fit sein, stehen die Chancen auf eine erfolgreiche EM-Titelverteidigung tatsächlich nicht schlecht: Die schärfste Konkurrentin, die spanische Weltmeister Mireia Belmonte, hat ihren Start wegen Krankheit bereits abgesagt.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 25.07.18 16:13 Uhr