Paralympics, Markus Rehm

Deutsches Team

"Riesige Ehre" - Markus Rehm trägt deutsche Fahne

Die deutsche Paralympics-Mannschaft wird heute bei der Eröffnungsfeier von Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm als Fahnenträger ins Maracana-Stadion geführt. Das gab der Deutsche Behindertensportverband (DBS) am Dienstag bekannt.

Tischtennisspieler Timo Boll hat es bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Anfang August vorgemacht, nun wird der Weitsprung-Goldmedaillengewinner von London 2012 als Fahnenträger im Rampenlicht stehen: "Für mich ist es eine riesige Ehre, dass ich mit der Fahne vorneweg laufen darf. Das wird ein einzigartiges Erlebnis, auf das ich mich sehr freue“, sagte Markus Rehm, nachdem ihm Chef de Mission Dr. Karl Quade die Nachricht überbracht hatte, sichtlich bewegt. "Das ist eine zusätzliche Motivation für die Wettkämpfe", betonte der Leichtathlet, dessen Weltrekord im Weitsprung bei 8,40 Meter liegt. Die Eröffnungsfeier der 15. Sommer-Paralympics beginnt am Mittwoch um 23:15 Uhr.

"Ein Star der paralympischen Bewegung"

Der 28-jährige Rehm hat in den vergangenen Jahren eine beispiellose Entwicklung vollzogen, deshalb entschied sich der DBS für ihn als Fahnenträger. "Seine herausragenden Leistungen und Rekorde haben ihn auch international zu einem der Stars der paralympischen Bewegung aufsteigen lassen“, sagte Quade.

Seit seinem internationalen Debüt 2009, als Rehm bei der Junioren-Weltmeisterschaft Gold im Weitsprung gewonnen hatte, ist der Athlet des TSV Bayer Leverkusen bei den Höhepunkten im paralympischen Sport unschlagbar. Neben Paralympics-Gold und Bronze mit der 4x100-m-Staffel 2012 in London hat Rehm drei Siege bei Europa- und Weltmeisterschaften im Weitsprung der einseitig Unterschenkelamputierten (Klasse T44) auf seinem Konto, dazu kommen zwei Titel mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel bei den Weltmeisterschaften 2015 und den Europameisterschaften 2016.

Konkurrenzfähig im Wettkampf mit Nichtbehinderten

Bei den Nichtbehinderten ist Rehm nicht nur konkurrenzfähig, sondern ebenfalls erfolgreich: 2014 wurde er mit der Weite von 8,24 Metern deutscher Meister. Ein Start im Nationaltrikot des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) blieb Rehm, der von Ex-Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius trainiert wird, aber bis heute versagt. "Die Paralympics sind mein Hauptwettkampf. Und das wären sie auch gewesen, wenn ich bei Olympia hätte starten können", sagte Rehm, nachdem ihm die Starterlaubnis für die Olympischen Spiele vom Leichtathletik-Weltverband verwehrt worden war. Aus Sicht des IAAF konnte Rehm nicht nachweisen, dass seine Prothese kein Vorteil ist. "Ich bin paralympischer Sportler und darauf bin ich stolz." Mit seiner Weltrekordweite von 8,40 m hätte er bei den Olympischen Spielen in Rio im Weitsprung-Finale Gold gewonnen.

Bei den Paralympics in Rio startet Rehm, der sein rechtes Bein im Alter von 14 Jahren bei einem Wakeboard-Unfall verlor, mit der 4x100-Meter-Staffel am 12. September und im Weitsprung-Wettbewerb am 17. September.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 19.09.2016, 10.00 Uhr

Stand: 07.09.16 09:13 Uhr

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