Der Radsportler Bahman Golbarnezhad stürzte in einer Abfahrt und verletzte sich tödlich. © Picture Alliance Foto: Foad Ashtari

Radsport

Iranischer Radfahrer Golbarnezhad tödlich verunglückt

Die Paralympics in Rio de Janeiro werden von einem tödlichen Unfall überschattet. Der iranische Radfahrer Bahman Golbarnezhad erlag nach einem Sturz im Straßenrennen seinen Verletzungen. IPC-Präsident Sir Philip Craven zeigte sich bestürzt.

Golbarnezhad stürzte am Samstag (17.09.16) auf einer Abfahrt und prallte mit dem Kopf auf einen Stein. Golbarnezhad wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Dort erlag der 48 Jahre alte Asienmeister seinen Verletzungen. Das Paralympics-Komitee des Iran bestätigte den Tod des Radsportlers auf seiner Homepage und kondolierte der Familie. 

Craven: Schwärzester Tag

Philip Craven, Chef des Internationalen Paralympischen Komitees, bei einer Pressekonferenz. © Imago/Wolter

IPC-Präsident Sir Philip Craven

"Das war der schwärzeste Tag, seit ich Präsident des IPC bin", sagte der Brite Craven am Sonntag bei seiner Abschluss-Pressekonferenz zu den Paralympics. "Ich war mit meiner Frau sehr häufig im Iran. Was gestern passiert ist, tut mir im Herzen sehr weh. Die ganze paralympische Familie ist mit ihren Gedanken bei der Frau und dem Sohn von Bahman Golbarnezhad." Auch der iranische Präsident Hassan Ruhani drückte der Familie sein Beileid aus: "Die bittere Nachricht von seinem Tod hat uns alle zutiefst erschüttert. Möge seine Seele in Frieden ruhen", so Ruhani.

Gedenkminute bei der Abschlussfeier

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte zuvor bekanntgegeben, dass noch an der Unfallstelle bei dem Radsportler eine medizinische Notversorgung vorgenommen worden war, ehe der Iraner in die Klinik gebracht wurde. Golbarnezhad, dem der linke Unterschenkel fehlte, hinterlässt eine Frau. "Die Paralympics-Familie ist vereint in Trauer über diese schreckliche Tragödie, die einen Schatten wirft auf die bislang tollen Spiele in Rio", sagte Craven. Im Athletendorf wurde die iranische Fahne auf halbmast gesetzt. Bei der Abschlussfeier am Sonntag wird es eine Gedenkminute geben. Die iranische Fahne im olympischen Dorf wurde ebenso auf Halbmast gesetzt wie die Fahne im Riocentro, wo die iranische Sitzvolleyball-Mannschaft am Sonntag das Finale gegen Bosnien-Herzegowina austrägt.

Schwere Stürze bereits bei den Olympischen Spielen

Bereits bei den Olympischen Spielen im August hatte es bei den Radrennen der Männer und Frauen in Rio mehrere schwere Stürze gegeben. Dabei zog sich die Niederländerin Annemiek van Vleuten drei Lendenwirbelbrüche und eine Gehirnerschütterung zu. Der Italiener Vincenzo Nibali erlitt einen Schlüsselbeinbruch, der Kolumbianer Sergio Henao brach sich das Becken, der Australier Richie Porte das Schulterblatt. Die Organisatioren der Olympischen Spiele und der Paralympics wiesen Kritik an der Radstrecke am Sonntag zurück. "Wie immer vor großen Ereignissen, wurde dieser Kurs vor den Olympischen Spielen vom internationalen Radsport-Verband genau geprüft, gestest und danach freigegeben", sagte ein Sprecher.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 19.09.2016, 10.00 Uhr

Stand: 18.09.16 17:47 Uhr

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