Der geistige Vater der Paralympics: Sir Ludwig Guttmann © Picture-Alliance / Photoshot

Die Anfänge der Paralympics

Erst 1988 in Seoul wurde der Begriff "Paralympics" offiziell eingeführt. Vorher sprach man von den "Weltspielen der Gelähmten" oder den "Weltspielen der Behinderten". Was genau der Begriff genau bedeuten soll, ist allerdings nicht ganz geklärt. Es gibt insgesamt vier verschiedene Deutungen für den Wortstamm des Begriffs.

 

Die vier möglichen Deutungen des Wortes "Paralympics"

"Paralysis-Olympics" - Demnach wäre das Wort eine Zusammensetzung aus den englischen Wörtern für "gelähmt" und "Olympische Spiele". 1988 waren die Paralympics jedoch längst keine Veranstaltung mehr, die sich nur an gelähmte Athleten richtete. Für diesen Wortstamm spricht wiederum, dass der Begriff "Paralympics" bereits (inoffiziell) 1968 für die in Tokio stattfindenden "Stoke Mandeville Games" benutzt wurde.

"Parallel-Olympics" - Die Spiele, die "parallel" zu den Olympischen Spielen stattfinden. Bekanntermaßen werden die Spiele und die Paralympics allerdings nicht gleichzeitig ausgetragen, sondern zeitversetzt, weshalb folgende Deutung wahrscheinlicher erscheint:

"Para-Olympics" - Abgeleitet von dem griechischen Wort "para", das sinngemäß bedeutet "sich anschließen". Um die Verwirrung komplett zu machen, existiert auch im Lateinischen die Silbe "para", weshalb auch eine vierte Deutung möglich wäre:

"Para-Olympics" - "para" (lat.) = zugehörig, neben; auch hier läge also der Bedeutungsschwerpunkt auf der Tatsache, dass die Paralympics an die Olympischen Spiele angegliedert werden sollen.

1948: Sir Guttmann ruft die "Stoke-Mandeville-Games" aus

Die Wiege der Paralympics liegt in einem Hospital im südenglischen Aylesbury in der Grafschaft Buckinghamshire. In Anlehnung an den Namen des Hospitals, Stoke Mandeville, rief der vor Ort praktizierende Neurologe Sir Ludwig Guttmann (1899 - 1981), ein nach England emigrierter jüdisch-deutscher Arzt, am 28. Juli 1948 erstmals die "Stoke Mandeville Games" aus. Guttmann hatte als einer der ersten Ärzte die positiven Wirkungen des Sports für Gelähmte erkannt. 14 kriegsversehrte Männer und Frauen mit Rückenmarksverletzungen nehmen an den Wettbewerben teil und messen ihre Fertigkeiten im Bogenschießen. Nicht zufällig beginnen am selben Tag im nicht weit entfernten London die Olympischen Spiele. Guttmann zielt darauf ab, "seine" Gelähmten-Wettkämpfe zeitlich mit den Olympischen Spielen der Nichtbehinderten zu verbinden. Als vier Jahre später auch Behindertensportler aus den Niederlanden nach England zu den Wettkämpfen anreisen, ist eine neue internationale Bewegung geboren.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 19.09.2016, 10.00 Uhr

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