Der deutsche Schwimmer Paul Biedermann © picture alliance / GES/Markus Gilliar Foto: Markus Gilliar

Schwimmen

Biedermann auf seiner Paradestrecke im Finale

Paul Biedermann hat an seinem 30. Geburtstag das Finale über 200 Meter Freistil erreicht. Ansonsten purzelten im olympischen Schwimmbecken weiter die Weltrekorde.

Weltrekordler Biedermann brauchte am Montag (08.08.2016) im Aquatic Center von Rio de Janeiro für seine Paradestrecke 1:45,69 Minuten und schwamm damit die viertbeste Zeit. An seinem 30. Geburtstag erreichte Biedermann damit zum dritten Mal nacheinander das Olympia-Finale über 200 Meter Freistil und darf weiter auf seine erste Medaille bei Sommerspielen hoffen.

Biedermann: "Es war okay"

"Ich dachte, es würde schneller werden, aber es ist viel Taktik in den Semifinals. Ich denke, es war okay", sagte Biedermann hinterher im ZDF. Der Trubel um seinen Geburtstag habe vielleicht auch ein paar Hundertstelsekunden gekostet, meinte Biedermann: "Es war ein bisschen viel Aufmerksamkeit."

Im Finale muss der Doppel-Weltmeister von 2009 deutlich unter seiner Saisonbestzeit von 1:45,45 Minuten schwimmen, um im letzten Einzelrennen seiner Karriere eine Chance aufs Podest zu haben. Topfavorit auf Gold ist Sun Yang. Der Chinese, bereits Vorlaufschnellster, war auch im Halbfinale das Maß aller Dinge und stellte eine neue Weltjahresbestzeit (1:44,63) auf.

Lambertz: "Er hat noch Reserven"

In den Vorläufen hatte Biedermann zuvor in 1:45,78 Minuten die insgesamt zweitbeste Zeit geschwommen. Bundestrainer Henning Lambertz zeigte sich im Anschluss zufrieden: "Auf der letzten Bahn hat er noch Reserven. Er kann sicher noch schneller schwimmen."

Biedermann beendet nach den Spielen seine sportliche Laufbahn, schwimmt neben dem Einzelwettbewerb noch die Staffel über 4 x 200 Meter. Christoph Fildebrandt (Saarbrücken) war bereits in den Vorläufen als 28. in 1:47,81 ausgeschieden.

Glania verpasst Finale

Für Rückenschwimmer Jan-Philip Glania war über 100 Meter erwartungsgemäß im olympischen Halbfinale Endstation. Der EM-Dritte von 2014 blieb in 53,94 Sekunden als insgesamt Zwölfter deutlich über seiner Bestzeit von 53,48. "Platz zwölf ist kein Weltuntergang, aber mit der Zeit bin ich nicht zufrieden. Vielleicht steigt die Formkurve noch ein bisschen an", sagte Glania, der in Rio noch über die doppelte Distanz und in der Lagenstaffel an den Start geht. Schnellster des Halbfinales war der Amerikaner David Plummer. Der 21-Jährige schlug nach 52,49 Sekunden an.

Nächste Weltrekorde durch Ledecky, Peaty und Sjöström

Die Schwedin Sara Sjöström sorgte bei den Entscheidungen für den nächsten Weltrekord. Sjöström sicherte sich den Olympiasieg über 100 Meter Schmetterling und steigerte ihre ein Jahr alte Bestmarke um 16 Hundertstel auf 55,48 Sekunden. Silber gewann die 16 Jahre alte Kanadierin Penny Oleksiak (56,46 Sekunden), Bronze ging an London-Olympiasiegerin Dana Vollmer (56,63) aus den USA.

Der Brite Adam Peaty stellte in Rio sogar seinen zweiten Weltrekord binnen zwei Tagen über 100 Meter Brust auf. Der Dreifach-Weltmeister unterbot mit der Siegerzeit von 57,13 Sekunden seinen am Vortag im Vorlauf erzielten Weltrekord um 42 Hundertstelsekunden und wurde Olympiasieger. Silber ging mit großem Abstand an London-Olympiasieger Cameron van der Burgh aus Südafrika (58,69), Bronze holte sich der US-Amerikaner Cody Miller (58,87). Der Essener Christian vom Lehn war bereits im Vorlauf gescheitert.

Auch Katie Ledecky schwamm über 400 Meter Freistil in neuer Weltrekordzeit zu Gold. Die 19-Jährige schlug in 3:56,46 Minuten an, damit war sie fast zwei Sekunden schneller als bei ihrer alten Marke von 3:58,37. Silber ging mit großem Rückstand an die Britin Jazz Carlin vor der Amerikanerin Leah Smith. Die deutsche Meisterin Sarah Köhler hatte das Finale trotz persönlicher Bestzeit verpasst. Für Ledecky ist es der zweite Olympiasieg nach dem Triumph von London über 800 Meter. In Rio hat sie weitere Chancen. Zuvor hatte sie in Brasilien schon Silber mit der Freistil-Staffel über 4 x 100 Meter gewonnen.

Phelps gewinnt Gold Nummer 19

Schwimm-Superstar Michael Phelps aus den USA gewann bei seinem ersten Auftritt in Rio de Janeiro sein insgesamt 19. Olympia-Gold. Der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten setzte sich im Finale über 4x100 Meter Freistil mit seinen drei Staffelkollegen Caeleb Dressel, Ryan Held und Nathan Adrian in 3:09,92 Minuten vor London-Sieger Frankreich (3:10,53) und dem Erzrivalen Australien (3:11,37) durch. Das deutsche Quartett mit Steffen Deibler, Björn Hornikel, Philipp Wolf, Damian Wierling war im Vorlauf ausgeschieden.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 08.08.16 04:00 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge USA USA 46 37 38
2. Flagge Großbritannien GBR 27 23 17
3. Flagge Volksrepublik China CHN 26 18 26
4. Flagge Russland RUS 19 17 20
5. Flagge Deutschland GER 17 10 15
6. Flagge Japan JPN 12 8 21
7. Flagge Frankreich FRA 10 18 14
Stand nach 306 von 306 Entscheidungen.

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