Die US-amerikanische Triathletin Gwen Jorgensen kommt als Erste ins Ziel. © dpa Foto: Zsolt Czegledi

Triathlon

Weltmeisterin Jorgensen holt auch Olympia-Gold

Weltmeisterin Gwen Jorgensen ist die neue Olympiasiegerin im Triathlon auf der olympischen Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen). Die Topfavoritin aus den USA siegte vor London-Olympiasiegerin Nicola Spirig (Schweiz) und der Britin Vicky Holland. Die beiden Deutschen hatten mit der Medaillenvergabe nichts zu tun.

Schon nach wenigen Kilometern auf der abschließenden Laufstrecke war klar, dass die Olympiasiegerin nur Jorgensen oder Spirig heißen kann. Auf der letzten der vier 2,5-km-Runden zog die favorisierte US-Amerikanerin das Tempo dann unwiderstehlich an, so dass die 34-jährige Schweizerin nicht mehr folgen konnte. Die Siegerzeit für Jorgensen: starke 1:56,16 Stunden.

Sprint um Bronze

Bronze ging an Vicky Holland, die ihre Teamkollegin Non Stanford erst auf den letzten Metern im Sprint bezwang. Für die beiden deutschen Teilnehmerinnen endete der Triathlon weit entfernt von den Medaillenrängen, insbesondere für Anne Haug. Die 33-Jährige aus Bayreuth wurde mit 6:40 Minuten Rückstand nur 36., die 13 Jahre jüngere Laura Lindemann machte es als 28. besser.

Die deutsche Triathletin Laura Lindemann (Mitte) © dpa Foto: Sebastian Kahnert

Laura Lindemann (Mi.) auf der Radstrecke.

Jorgensen und Spirig gingen mit zehn bzw. zwölf Sekunden Rückstand auf die Radstrecke. Schnell bildete sich eine große Spitzengruppe. Spirig, die als eine der besten Radfahrerinnen im Feld galt, versuchte auf den acht Runden à fünf Kilometern immer wieder, sich abzusetzen und das Tempo hochzuhalten. Doch die Gruppe, in der auch Jorgensen mitfuhr, ließ sich einfach nicht abschütteln. Die Südafrikanerin Mari Rabie machte sich nach den 40 Kilometern im Sattel als Erste auf die abschließende 10-km-Laufstrecke, wurde aber schon bald von Jorgensen und Spirig gestellt und überholt.

Haug schwimmt nur hinterher

Die Triathletinnen Gwen Jorgensen (USA), Nicola Spirig (Schweiz) und Barbara Riveros (Chile) (v.l.n.r.) kommen aus dem Wasser. © dpa Foto: Peter Klaunzer

Die ersten Vorentscheidungen fielen schon nach dem Schwimmen.

Anne Haug aus Bayreuth, die mit großen Medaillenhoffnungen nach Rio gereist war, musste ihre Ambitionen schon nach dem Schwimmen begraben. Als 51. stieg die 33-Jährige aus dem Wasser. Das war auf der olympischen Distanz nicht mehr gutzumachen. "Ich habe alles gegeben und kann nicht sagen, was ich im Wasser falsch gemacht habe. Irgendwas war an einer Boje, danach musste ich hinterherschwimmen. Ich bin so schnell geschwommen, wie ich nur konnte", sagte Haug enttäuscht.

Spätestens als sie auf dem Rad, ihrer besten Disziplin, keinen Boden gutmachen konnte, sondern im Gegenteil noch Zeit verlor, war klar, dass dies ein gebrauchter Tag für sie war. Als 46. ging sie auf die Laufstrecke, machte dort immerhin noch zehn Plätze gut. Beim Testrennen vor einem Jahr in Rio hatte sie noch ihr bislang bestes Schwimmergebnis erreicht und sich das Olympiaticket gesichert. Wie geht es nun für sie weiter? "Ich muss erstmal nachdenken und alles sacken lassen. Eigentlich will ich schon noch ein Jahr dranhängen", sagte Haug.

Lindemann hält sich wacker

Laura Lindemann aus Berlin machte es in Rio besser. Die 20-Jährige gab insbesondere beim Schwimmen eine gute Figur ab, war nach der Radstrecke 32. und beendete das olympische Rennen auf einem achtbaren 28. Platz. Der 20-Jährigen gehört in dieser Sportart die Zukunft.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 20.08.16 18:05 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge USA USA 46 37 38
2. Flagge Großbritannien GBR 27 23 17
3. Flagge Volksrepublik China CHN 26 18 26
4. Flagge Russland RUS 19 17 20
5. Flagge Deutschland GER 17 10 15
6. Flagge Japan JPN 12 8 21
7. Flagge Frankreich FRA 10 18 14
Stand nach 306 von 306 Entscheidungen.

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