Der amerikanische Basketballer DeAndre Jordan (M.) holt sich den Rebound. © picture alliance / dpa Foto: Larry W. Smith

Basketball

US-Team erfüllt die "Mission Gold"

Ein Ausrufezeichen zum Ende der Spiele: Das US-Basketballteam hat im Finale sein bestes Spiel im Turnier gezeigt und erneut Gold geholt. Finalgegner Serbien war beim 96:66 (52:29) chancenlos. Angeführt von Kevin Durant drehten die NBA-Stars mächtig auf spielten sich und zeitweise in einen Rausch.

Die letzte Medaillenentscheidung bei den Olympischen Spielen in Rio brachte keine Überraschung. Das US-Basketballteam setzte sich im Finale gegen Serbien erwartungsgemäß klar und deutlich durch und wiederholte seinen Triumph von Peking und London. Den Serben hatte man zwar zugetraut, die Amerikaner zu ärgern. Doch so eng wie im Vorrundenspiel, als die USA nur knapp mit 94:91 gewinnen konnten, wurde es im Endspiel nicht annähernd. Dafür sorgte nicht zuletzt Kevin Durant, der sein Team fast in Alleingang auf die Siegerstraße brachte.

Lediglich in der Anfangsphase gelang es der Mannschaft des künftigen Bayern-Trainers Sasha Djordjevic, den haushohen Topfavoriten ein wenig zu ärgern. 14:12 ging der Außenseiter in Führung. Allerdings hatten die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht ins Spiel gefunden, waren in der Verteidigung zu weit von ihren Gegenspielern weg und agierten in der Offensive viel zu fahrig und eigensinnig.

Überragender Durant legt 30 Punkte auf

Der amerikanische Basketballer Kevin Durant setzt zum Slam Dunk an. © Imago/ UPI Photo

Traf von jenseits der Dreierlinie und per Dunking: Kevin Durant.

Mit seinem ersten von fünf Dreiern zum Ende des ersten Viertels (19:15) läutete Durant, der im Sommer von den Oklahoma City Thunder zu NBA-Vizemeister Golden State Warriors wechselt, die beste Phase der US-Stars ein. Die drehten im zweiten Abschnitt auf und zogen uneinholbar davon, erst auf 43:22 und zur Halbzeit sogar auf 52:29. Und immer wieder war es Durant, der von jenseits der Dreierlinie traf oder auch erfolgreich den Weg zum Korb suchte und mit einem krachenden Dunking abschloss. US-Headcoach Mike Krzyzewski - zu Beginn noch das eine oder andere Mal etwas nervös an der Seitenlinie - hatte sich längst entspannt zurückgelehnt und ließ seine Jungs machen.

Carmelo Anthony feiert sein Olympia-"Triple"

Was sich im zweiten Viertel andeutete, fand im dritten und vierten Viertel seine Fortsetzung. Die USA bauten ihren Vorsprung weiter aus und waren nun die in allen Bereichen überlegene Mannschaft. 79:43 hieß es vor dem Schlussabschnitt, in dem auch die zweite Riege der US-Basketballer zu ihren Einsatzzeiten kam. Auch Carmelo Anthony durfte 17:34 Minuten mitwirken. Der Mann von den New York Knicks, der im Laufe des Turniers zum erfolgreichsten Werfer der USA bei Olympischen Spielen avancierte, steuerte noch einmal sieben Punkte bei und feierte seinen dritten Olympiasieg. "Das ist etwas ganz Besonderes für mich", sagte der 32-Jährige und beendete unter Tränen seine Länderspiel-Karriere: "Das ist das Ende. Das war's für mich." Bester Werfer der Serbenwar Nemanja Nedovic mit 14 Punkten.

Gasol führt Spanien zu Bronze

Durch ein 89:88 (40:38) gegen Australien hatte sich zuvor die spanische Basketball-Nationalmannschaft die Bronzemedaille gesichert. NBA-Star Pau Gasol von den San Antonio Spurs machte den Unterschied.

Der 36-Jährige zeigte noch einmal, wie wichtig er für den spanischen Basketball immer noch ist. Der Center machte gegen starke Australier ein Klasse-Spiel und legte mit 31 Punkten und elf Rebounds ein sogenanntes Double-Double auf. Ansonsten waren die Australier über 40 Minuten mindestens gleichwertig, in einigen Belangen - etwa bei den Rebounds (40:30) - sogar besser. Doch auch 30 Punkte von ihrem Besten, Gasols Teamkamerad bei den Spurs, Patty Mills, reichten nicht, um den Weltmeister von 2006 und Olympia-Zweiten von 2008 und 2012 zu besiegen.

Entscheidung erst Sekunden vor Schluss

Kurz vor dem Ende waren die Australier durch Aron Baynes, der in der Saison 2010/2011 für die EWE Baskets Oldenburg in der deutschen Bundesliga spielte und mittlerweile ebenfalls in der NBA bei den Detroit Pistons sein Geld verdient, noch in Führung gegangen. Doch nach einem umstrittenen Foulpfiff gegen Mills ging Sergio Rodriguez an die Linie und verwandelte beide Freiwürfe sicher. Den letzten Angriff vertändelte der Außenseiter, der damit wie schon bei den Spielen 1988, 1996 und 2000 mit dem undankbaren vierten Platz vorlieb nehmen musste.

"Es war ein unglaublicher Kampf. Ich bin sehr stolz auf unser Team", sagte Gasol und ließ erneut offen, ob er weiter im Nationalteam auflaufen wird. Australiens Andrew Bogut schimpfte auf die Schiedsrichter: "Es ist enttäuschend, dass es so läuft."

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 21.08.16 22:30 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge USA USA 46 37 38
2. Flagge Großbritannien GBR 27 23 17
3. Flagge Volksrepublik China CHN 26 18 26
4. Flagge Russland RUS 19 18 19
5. Flagge Deutschland GER 17 10 15
6. Flagge Japan JPN 12 8 21
7. Flagge Frankreich FRA 10 18 14
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