Die deutsche Stabhochspringerin Martina Strutz © dpa - Bildfunk Foto: Michael Kappeler

Leichtathletik

Staffel, Strutz, Ryzih - raus mit und ohne Applaus

Enttäuschung bei den Stabhochspringerinnen: Sowohl Lisa Ryzih als auch Martina Strutz scheiterten im Finale in der Nacht zu Samstag (20.08.2016 MESZ) zeitig. Die deutsche 4x400-Meter-Frauen-Staffel verpasste das Finale dagegen recht zufrieden. In den Medaillenentscheidungen musste sich die 5000-Meter-Favoritin mit Bronze begnügen, im Hammerwurf siegte der Vize-Weltmeister.

Nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Stabhochsprung-Männer sind auch die Frauen leer ausgegangen. Im Finale in der Nacht zu Samstag (MESZ) scheiterten Vize-Europameisterin Lisa Ryzih und Martina Strutz bereits vorzeitig. Die Schwerinerin Strutz beendete den Wettkampf mit einer überquerten Höhe von 4,60 Metern als Neunte. Ryzih hatte nach bewältigten 4,50 Meter die 4,60 Meter ausgelassen und riss dann dreimal jeweils knapp die 4,70 Meter. Sie wurde am Ende Zehnte im Zwölfer-Feld.

Die deutsche Stabhochspringerin Lisa Ryzih. © dpa - Bildfunk Foto: Michael Kappeler

Ryzih: "Die Höhe war da."

"Die Höhe war da, ich bin auf die Latte drauf gefallen", ärgerte sich die 27-jährige Ryzih. "Die Enttäuschung ist sehr groß." Auch Strutz haderte mit ihrem Ausscheiden: "Ich habe mich super gefühlt und bin im Training noch Bestleistung gesprungen. Es fehlte bei den Sprüngen die Tiefe", sagte die 34-Jährige.

Sieg an Griechin Stefanidi

Den Sieg in der Stabhochsprung-Konkurrenz sicherte sich die griechische Europameisterin Ekaterini Stefanidi mit übersprungenen 4,85 Metern. Die 26-Jährige setzte sich gegen die höhengleiche US-Amerikanerin Sandi Morris durch. Stefanidi, die vor vier Jahren noch in der Quali gescheitert war, freute sich: "Ich mache Hochsprung seit 16 Jahren. Es ist einer der härtesten Wettkämpfe überhaupt. Ich kann nicht glauben, was passiert ist. Es ist großartig." Bronze gewann die Neuseeländerin Eliza McCartney mit einem neuen Landesrekord von 4,80 Metern.

Staffel-Frauen fehlen drei Zehntel

Zu Beginn der Leichathletik-Nacht war die deutsche 4 x 400-Meter-Staffel der Frauen im Halbfinale ausgeschieden. Dem Quartett Laura Müller, Friederike Möhlenkamp, Lara Hoffmann und Ruth Sophia Spelmeyer fehlten 31 Hundertstelsekunden für den Einzug in den Endlauf in der Nacht zu Sonntag (MESZ).

"Heute war viel Gedränge"

Die deutsche Sprinterin Lara Hoffmann (r.) mit der Staffel über 4x400 Meter © dpa - Bildfunk Foto: Michael Kappeler

Die deutsche Sprinterin Lara Hoffmann (r.) mit der Staffel über 4x400 Meter.

Beim überlegenen Sieg der favorisierten US-Staffel in 3:21,42 Minuten wurden die deutschen Frauen Neunte von 16 Startern. In 3:26,02 Minuten lief das Quartett immerhin zur besten Zeit in diesem Jahr. Daher waren die Deutschen nach dem Lauf auch nicht unzufrieden: "Wir haben eine klare Saisonbestzeit hingelegt. Wir können stolz sein", sagte Hoffmann. Spelmeyer erklärte, dass man möglicherweise die notwendige Zeit bei den Wechseln verloren habe: "Bisher konnten wir immer sauber wechseln. Heute war viel Gedränge. Das Schienbein von Lara blutet sogar", sagte die Oldenburgerin. Hoffmann hatte von einer Kontrahentin einen Tritt mit den Spikes abgekommen und zog sich dabei die leichte Verletzung zu.

5000 Meter: Favorisierte Äthiopierin nur mit Bronze

Die kenianische Läuferin Vivien Jepkemoi Cheruiyot (r.) © dpa - Bildfunk Foto: Srdjan Suki

Die Kenianerin Cheruiyot (re.) gewann über 5000 Meter der Frauen.

Die erste Goldmedaille des Abends ging kurze Zeit später nach Kenia. Im 5000-Meter-Rennen verpasste die Favoritin Almaz Ayana aus Äthiopien den abgepeilten Sieg. Stattdessen feierten die kenianischen Frauen einen überraschenden Doppelsieg. In 14:26,17 Minuten überquerte die Silbermedaillengewinnerin von 2012, Vivien Jepkemoi Cheruiyot, überlegen vor Hellen Obiri (14:29,77) die Ziellinie. Nach dem Rennen sagte Cheruiyot: "Fünf Runden vor dem Ende sah ich, dass Ayana nicht sehr locker lief. Da habe ich zu Hellen gesagt: 'Los, heute schnappen wir uns die Lady'. Heute hat alles perfekt funktioniert." Ayana, die über 10.000 Meter noch mit Weltrekord triumphiert hatte, wurde in 14:33,59 Minuten nur Dritte. Sie hatte das Rennen lange angeführt, brach dann aber ein und musste die Kenianerinnen ziehen lassen. Deutsche Teilnehmerinnen waren in Rio nicht am Start.

Hammerwurf: Erstes Gold für Tadschikistan

Der Hammerwerfer Dilschod Nasarow aus Tadschikistan © dpa - Bildfunk Foto: Diego Azubel

Dilschod Nasarow bescherte seinem Land die erste Medaille von Rio.

Im Hammerwurf gab es die erste Rio-Goldmedaille für Tadschikistan. Dabei gewann der 34 Jahre alte Vize-Weltmeister Dilschod Nasarow mit 78,68 Metern. Silber ging an den wegen verschiedener Dopingvergehen höchst umstrittenen Weißrussen Iwan Tsikhan, der wie Nasarow im fünften von sechs Durchgängen seinen besten Versuch hatte und das Wurfgerät auf 77,79 Meter schleuderte. Tsikhan verlor in seiner Karriere u.a. den WM-Titel 2005, EM-Gold 2006 und Olympia-Silber 2004 wegen Dopings.

Bronze ging an den Polen Wojciech Nowicki (77,73). Weltmeister und Topfavorit Pawel Fajdek aus Polen war überraschend in der Qualifikation gescheitert. Ein deutscher Werfer war nicht am Start.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 20.08.16 02:49 Uhr