Die moderne Fünfkämpferin Annika Schleu aus Deutschland © dpa - Bildfunk Foto: Nic Bothma

Moderner Fünfkampf

Schleu springt für Schöneborn in die Bresche

Lena Schöneborn hat im Modernen Fünfkampf mit ihrem Springpferd gehadert und die erhoffte Medaille klar verpasst. Für eine positive Überraschung sorgte dagegen die Berlinerin Annika Schleu. Olympiasiegerin wurde die Australierin Chloe Esposito vor Elodie Couvel aus Frankreich. Bronze holte sich die Polin Oktawia Nowacka.

Annika Schleu hatte vor dem abschließenden Kombinationswettbewerb aus Laufen und Schießen noch auf Platz 19 gelegen, rannte mit einer famosen Leistung aber noch weit nach vorn. Am Ende wurde sie unter dem Jubel der Fans im Deodoro-Stadion Fünfte, fast hätte sie sogar noch in den Kampf um die Bronzemedaille eingreifen können.

Ungeheures Pech für Schöneborn

Thema des Tages aus deutscher Sicht war jedoch das ungeheure Pech der Lena Schöneborn. Der Olympiasiegerin von Peking 2008 wurde beim vorletzten Wettbewerb, dem Springreiten, mit Legende ein Pferd zugelost, das dem Trubel in der Arena nervlich nicht gewachsen war.

Schon bevor die vor diesem Wettbewerb Viertplatzierte Schöneborn in den Parcours ging, hatte das Pferd seine Untauglichkeit unter Beweis gestellt, als es unter einer früheren Starterin mehrfach vor den Hindernissen verweigert hatte. Das Unglück nahm dann seinen Lauf. Auch Schöneborn bekam das Pferd nicht unter Kontrolle und holte nach vier Verweigerungen mit der 13 Jahre alten Stute keine Punkte. Vor dem abschließenden Wettkampf, einer Kombination aus Laufen und Schießen, lag die deutsche Medaillenhoffnung mit 519 Punkten nur noch auf dem 31. Rang.

Nur noch weg

Die moderne Fünfkämpferin Lena Schöneborn aus Deutschland © dpa - Bildfunk Foto: Sebastian Kahnert

Bedient: Lena Schöneborn.

Schöneborn wollte danach einfach nur noch weg. Total verheult und ohne Kommentar rannte die Moderne Fünfkämpferin aus dem Stadion. "Damit ist alles aus", sagte die völlig bediente Bundestrainerin Kim Raisner. "Es ist einfach tragisch, dass so etwas hier passiert."

Am Ende wurde Schöneborn enttäuschende 32.. Ihren Rückstand von 5:28 Minuten vor den abschließenden zwei Disziplinen konnte sie bei den Spielen in Rio nicht mehr aufholen. "Das ist das Schlimmste, was einem passieren kann", sagte Raisner. Bereits 2012 bei Olympia in London war Schöneborn nur unglückliche 15. geworden. Einen neuen Anlauf in vier Jahren in Tokio wird es wahrscheinlich nicht geben: "Stand heute würde ich es eher ausschließen, als dass es passiert", sagte die 30-Jährige nach dem Wettkampf. Zu "90 Prozent" werde sie 2012 nicht noch einmal an den Spielen teilnehmen.

Schwimmen schwach

Dabei hatte in Rio für Schöneborn eigentlich alles gut begonnen. Im Fechten zeigte sie einen sehr starken Wettkampf, ging als Zweite in den zweiten Wettkampftag. Im Schwimmen dann der erste Tiefschlag, Schöneborn wurde nur 29.. "Das Schwimmen war eine Katastrophe und ich habe noch keine Erklärung dafür", sagte sie. Dennoch lag Schöneborn vor dem Reiten noch auf dem vierten Platz mit guten Aussichten auf ihre zweite Olympia-Medaille nach 2008.

Schleu überrascht

Schleu war als 19. mit einem Rückstand von 1:10 Minuten in den abschließenden Wettkampf gegangen, zeigte dann beim Laufen und Schießen eine ganz starke Leistung. Schon zuvor war ihr im Reiten auf der zehn Jahre alten Stute Catarina ein fast fehlerfreier Ritt gelungen, auch im Fechten und Schwimmen schlug sie sich gut. Was sich am Ende mit einer famosen Platzierung auszahlen sollte.

Dogue mit ganz starkem Beginn

Einen enorm guten Start in den Wettkampf erwischte bei den Männern schon am Donnerstag Patrick Dogue. Der 24-Jährige liegt nach dem Fechten auf Rang zwei, Christian Zillekens ist 26. "Ich bin super-zufrieden. Das ist mein bestes Ergebnis im Fechten, was ich jemals gebracht habe auf dieser Ebene", sagte Dogue. Bundestrainerin Kim Raisner hatte vor Olympia einen Platz unter den ersten 15 als Erfolg bezeichnet. Bei den Männern finden die weiteren Disziplinen erst am Samstag statt.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 20.08.16 00:04 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge USA USA 46 37 38
2. Flagge Großbritannien GBR 27 23 17
3. Flagge Volksrepublik China CHN 26 18 26
4. Flagge Russland RUS 19 17 20
5. Flagge Deutschland GER 17 10 15
6. Flagge Japan JPN 12 8 21
7. Flagge Frankreich FRA 10 18 14
Stand nach 306 von 306 Entscheidungen.

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