Die Marathonläuferin Jemima Sumgong beim Zieleinlauf © dpa Foto: Bernd Thissen

Leichtathletik

Kenianerin Sumgong holt Marathon-Gold

Jemima Sumgong hat im Marathon der Frauen Gold für Kenia geholt. Die WM-Vierte siegte in 2:24,04 Stunden vor Eunice Kirwa (Bahrain/+9 Sek.) und Weltmeisterin Mare Dibaba (Äthiopien/+ 26 Sek.).

Am Ende machten doch wieder drei Afrikanerinnen die Medaillen unter sich aus. Die als Mitfavoritin gestartete Sumgong hatte am Ende eines kraftraubenden Rennens bei drückenden Temperaturen und wenig Schatten auf der Strecke die größten Reserven. Die für Bahrain startende Kenianerin Kirwa und Topfavoritin Dibaba hatten auf den letzten zwei Kilometern dagegen nichts mehr zuzusetzen und mussten die 31-jährige London-Siegerin ziehen lassen.

Das Trio hatte sich rund sieben Kilometer vor dem Ziel aus einer Spitzengruppe abgesetzt, die von zunächst zwölf Läuferinnen auf später fünf geschrumpft war. Mit Tirfe Tsegaye (Äthiopien) und der Weißrussin Mazouronak landeten zwei Läuferinnen auf den Plätzen vier und fünf, die lange mit fürs Tempo gesorgt hatten.

Deutsche Starterinnen mit deutlichem Rückstand

Die drei deutschen Starterinnen hatten wie erwartet nichts mit der Medaillenvergabe zu tun. Als Beste kam Anja Scherl (Regensburg) in 2:37,23 Stunden als 44. ins Ziel. Die Zwillinge Anna Hahner und Lisa Hahner (Gengenbach) liefen als 81. und 82. mit praktisch identischer Laufzeit (2:45,32 Stunden) ein. "Ich freue mich, dass ich so durchgekommen ist", sagte Scherl, die sich wie die Hahner-"Twins" über die Anfeuerungen am Streckenrand, u.a. von den deutschen Beachvolleyballerinnen Karla Borger und Britta Büthe, freute. "

Obwohl es das Teilnehmerfeld vergleichsweise langsam angehen ließ und das Tempo zu Beginn nicht sehr hoch war, lagen die deutschen Frauen schon bei Kilometer 10 weit zurück. Scherl als 77. hatte zu diesem Zeitpunkt noch die beste Durchgangszeit. Lisa und Anna Hahner hatten bei schwierigen äußeren Bedingungen Mühe mitzuhalten. Bei der Hälfte der Strecke hatte sich Scherl mit rund 4:10 Minuten Rückstand auf die Spitze immerhin auf den 65. Rang verbessert. Die Hahner-Zwillinge lagen zu diesem Zeitpunkt auf den Plätzen 95 (Lisa) und 106 (Anna).

Störer mit Protestschildern

Aufregung gab es in der Schlussphase des Rennens, als einen Kilometer vor dem Ziel unmittelbar vor der führenden Sumgong drei Personen mit Protestschildern auf die Strecke liefen, sofort aber aber von den Sicherheitskräften abgefangen werden konnten. Erinnerungen an die Olympischen Spiele 2004 in Athen wurden wach, als der Brasilianer Vanderlei de Lima in Führung liegend von einem irischen Priester abgedrängt worden war und dadurch Gold verlor. Vanderlei de Lima, der letztlich Bronze holte, durfte bei der Eröffnungsfeier in Rio das Olympische Feuer entzünden.

Ergebnisse

Leichtathletik, Marathon, Frauen, Rennen

Gold Flagge Kenia KEN Jemima Jelagat Sumgong
Silber Flagge Bahrain BRN Eunice Jepkirui Kirwa
Bronze Flagge Äthiopien ETH Mare Dibaba
4. Flagge Äthiopien ETH Tirfi Tsegaye
5. Flagge Weißrussland BLR Wolga Masuronak
44. Flagge Deutschland GER Anja Scherl
81. Flagge Deutschland GER Anna Hahner
82. Flagge Deutschland GER Lisa Hahner

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 14.08.16 17:41 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge USA USA 46 37 38
2. Flagge Großbritannien GBR 27 23 17
3. Flagge Volksrepublik China CHN 26 18 26
4. Flagge Russland RUS 19 18 19
5. Flagge Deutschland GER 17 10 15
6. Flagge Japan JPN 12 8 21
7. Flagge Frankreich FRA 10 18 14
Stand nach 306 von 306 Entscheidungen.

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