Der deutsche Dreispringer Max Heß © imago/Eibner

Busemanns Olympia-Orakel

Sprung: Für Heß und Co. ist Bronze in Reichweite

Max Heß, Sosthene Moguenara, Alyn Camara, Fabian Heinle und Marie-Laurence Jungfleisch - für die deutschen Athletinnen und Athleten ist in den Sprungdisziplinen einiges möglich. Für den ganz großen Sprung reicht es wohl nicht, aber Edelmetall ist zum Greifen nah.

Fangen wir mit dem Newcomer der Saison und seiner Disziplin, dem Dreisprung, an. Europameister Max Heß scheint nach Belieben durch die Stadien dieser Welt zu hopsen. Was denkt sich die Konkurrenz, wenn ihnen so ein Jungspund den Schneid abkauft? Panik? Angst? Vielleicht. Er besticht nicht durch Imponiergehabe. Ihm ist scheinbar egal, in welchem Wettkampf er sich befindet, er macht sein Ding und das richtig gut. So junge Typen kann man auch nur auf plus/minus 50 Zentimeter prognostizieren. Bei Heß bisher immer eher plus. Gegen die Großen wie Christian Taylor oder Will Claye wird er nichts machen können, aber dann...

Ryzih in Fahrt, Holzedeppe kommt langsam

Lisa Ryzih jubelt nach ihrer erfolgreichen Stabhochsprung-Qualifikation © ARD

Lisa Ryzih

Eine goldene Zukunft wurde in jungen Jahren auch Raphael Holzdeppe prophezeit. Und er hat Wort gehalten. Allerdings musste sich der Weltmeister von 2013 in den letzten Monaten mit hartnäckigen Verletzungen herumplagen. So langsam kommt er wieder in Fahrt, doch wird er Renaud Lavillenie dieses Mal nicht in Bedrängnis bringen können, und der wird sich nach dem Desaster von Amsterdam nicht die Goldmedaille nehmen lassen. Dennoch hoffen die anderen drei 5,90-Meter-Springer aus diesem Jahr auf ähnliche Aussetzer, was im Stabhochsprung immer mal vorkommt.

Bei den Damen ist der Favorit die 4,85 Meter. Wer im ersten Versuch Höhen jenseits dieser Marke nimmt, gewinnt. Muss man für Gold weniger als 4,85 Meter springen, hält Jen Suhr die Trümpfe in der Hand. Geht es höher, kommen Morris oder Stefanidi infrage. Bei den deutschen Springerinnen muss alles passen. Lisa Ryzih ist in diesem Jahr die beste des Trios, bei der EM hat sie bewiesen, dass sie unter Druck in Bereiche der Saisonbestleistung springen kann. Wiederholt sie das, springt sie in die Top Sechs. Martina Strutz ist mit 35 Jahren unglaublich erfahren und wird das Finale der besten Zwölf erreichen.

Hat Moguenara die Verletzung überstanden?

Sosthene Taroum Moguenara lacht. © picture alliance Foto: Michael Kappeler

Weitspringerin Sosthene Moguenara ist eine von mindestens sechs Anwärterinnen auf Bronze.

Im Weitsprung startet Deutschland mit großen Hoffnungen. Sosthene Moguenara reist mit 7,16 Meter nach Rio, allerdings hat sie sich unmittelbar danach verletzt. Es bleibt abzuwarten, wie sie diese Pause verkraftet hat. Zwei Medaillen sind schon für Reese und Spanovic vergeben, bleibt noch eine übrig. Auf die werden sich allerdings fünf weitere Athletinnen wie die Geier stürzen. Für Moguenara geht es um die Top Sechs, für Malaika Mihambo und Alexandra Wester ist das Finale das Ziel.

Bei den Herren sind die US-Trials vom Winde verweht, trotzdem muss man erst einmal eine 8,50 Meter zu Ende fliegen. Das Niveau scheint enorm hoch, dennoch muss innerhalb der sechs Versuche erst einmal eine Leistung stehen. 8,25 Meter können für eine Medaille reichen und da kommen Alyn Camara und Fabian Heinle ins Spiel. Hauen sie einen raus, dann überraschen sie. Allerdings müssten sie das nach oben fabrizieren, was die US-Boys nach unten machen müssten. Aus dem Grund müssen die GER-Boys erst mal ins Finale kommen.

Jungfleisch muss es ausblenden...

Hochspringer Eike Onnen mit einer Deutschland-Fahne. © DPA Picture Alliance Foto: Michael Kappeler

2,30 Meter kann er, will er, macht er: Eike Onnnen.

Im Hochsprung kommt Eike Onnen nach Jahren der Verletzungssorgen rechtzeitig in Fahrt und bietet immer wieder Leistungen um die 2,30 Meter an. Wer hätte das noch vor einiger Zeit gedacht? Ganz nach vorn wird er sich nicht orientieren, was auch maßlos wäre, aber 2,30 Meter kann er, will er, macht er. Der goldene Taler wird zwischen fünf Athleten ausgesprungen, die sich jenseits der 2,35 Meter austoben. Wie immer werden hier die beste Taktik, die stärksten Nerven und die wenigsten Fehlversuche zählen.

Bei den Damen werden durch Marie-Laurence Jungfleisch ganz andere Hoffnungen geweckt. Nach ihren 2 Metern von Eberstadt hat sie sich urplötzlich in den Kreis der Favoritinnen gesprungen. Spätestens seit ihrem sechsten Platz von Peking 2015 wissen wir, dass sie unter Druck funktioniert, allerdings ist der Puffer und die Basis in diesem Jahr nicht so groß, dass man auf eine Wiederholung in Rio setzen kann. Trotzdem lassen diese verdammten magischen zwei Meter hoffen. Sie muss es ausblenden...

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 11.08.16 14:44 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge USA USA 46 37 38
2. Flagge Großbritannien GBR 27 23 17
3. Flagge Volksrepublik China CHN 26 18 26
4. Flagge Russland RUS 19 18 19
5. Flagge Deutschland GER 17 10 15
6. Flagge Japan JPN 12 8 21
7. Flagge Frankreich FRA 10 18 14
Stand nach 306 von 306 Entscheidungen.

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