Tischtennisspieler Timo Boll

Timo Boll im Porträt

Sportart: Tischtennis
Disziplinen: Einzel, Mannschaft
Land: Deutschland


geb. am: 08.03.1981 in Erbach (Odenwald)
Größe: 181 cm
Gewicht: 74 kg
Verein: Borussia Düsseldorf
Beruf: Profisportler


Größte Erfolge:

Olympische Spiele:
3. Platz 2012 (Mannschaft)
2. Platz 2008 (Mannschaft)
5. Platz 2004 (Einzel)

Weltmeisterschaft:
5. Platz 2015 (Einzel)
2. Platz 2014 (Mannschaft)
5. Platz 2013 (Einzel)
2. Platz 2012 (Mannschaft)
3. Platz 2011 (Mannschaft)
2. Platz 2010 (Mannschaft)
5. Platz 2007 (Doppel)
5. Platz 2007 (Einzel)
3. Platz 2006 (Mannschaft)
2. Platz 2005 (Doppel)
2. Platz 2004 (Mannschaft)

Europameisterschaft:
2. Platz 2014 (Mannschaft)
1. Platz 2012 (Einzel)
1. Platz 2011 (Einzel)
1. Platz 2011 (Mannschaft)
1. Platz 2010 (Doppel)
1. Platz 2010 (Einzel)
1. Platz 2010 (Mannschaft)
3. Platz 2009 (Einzel)
1. Platz 2009 (Doppel)
1. Platz 2009 (Mannschaft)
1. Platz 2008 (Einzel)
1. Platz 2008 (Doppel)
1. Platz 2008 (Mannschaft)
1. Platz 2007 (Doppel)
1. Platz 2007 (Mannschaft)
1. Platz 2007 (Einzel)
3. Platz 2005 (Doppel)
5. Platz 2005 (Mannschaft)
3. Platz 2003 (Einzel)
2. Platz 2003 (Mannschaft)
1. Platz 2002 (Einzel)
1. Platz 2002 (Doppel)
2. Platz 2002 (Mannschaft)

Europaspiele:
4. Platz 2015 (Mannschaft)

Er hat Millionen von Fans. Weit mehr als die meisten deutschen Fußball-Nationalspieler. Wenn er kommt, drängeln sich Tausende am Terminal des Flughafens, nur um einen kurzen Blick auf ihn zu erhaschen. Timo Boll ist ein Superstar - in China. Aber auch in Deutschland genießt er höchsten Respekt. Der Beweis: Boll wurde zum Fahnenträger des deutschen Teams für die Spiele in Rio gewählt.

Ein kluger Taktiker

Damit rückt auch das Tischtennis in Deutschland wieder mehr in den Blickpunkt. Zwar spielen rund 600.000 Menschen im Verein , ansonsten wird der Sport allerdings kaum beachtet. Es ist die Krux der Spieler, die manchmal zirkusgleich erscheinende Ballwechsel produzieren, die so rasant und anspruchsvoll sind, dass es die Fernsehkameras kaum einfangen können. Das erlebten vor Boll schon Defensivkünstler Eberhard Schöler, der 1969 in München Vize-Weltmeister wurde, oder der heutige Bundestrainer Jörg Roßkopf. Der als kluger Taktiker geltende Boll stellt sie alle in den Schatten, ist der bis dato erfolgreichste deutsche Tischtennisspieler. Seit mehr als zehn Jahren zählt er zur Weltklasse. Aber ausgerechnet im Vorfeld der Olympischen Spiele begann der 35-Jährige zu schwächeln.

Tiefer Fall mit Folgen?

Bei den Korean Open schied er schon in der ersten Runde aus, was dem zweimaligen Weltcup-Gewinner zuletzt 2003 bei einem World-Tour-Turnier passiert war. Weit schlimmer aber war der tiefe Fall auf Platz 14 der Weltrangliste, der möglicherweise fatale Folgen hat. Die Hoffnung, als einer der besten Acht in Rio gesetzt zu werden, dürften sich erledigt haben. Bei seiner fünften Olympia-Teilnahme droht ihm nun bereits im Achtelfinale ein Duell mit einem der beiden chinesischen Topfavoriten Ma Long oder Zhang Jike. Bereits vor vier Jahren in London hatte Boll die Hoffnungen auf seine erste Olympia-Medaille im Einzel in der Runde der besten 16 begraben müssen.

Linkshänder mit Kampfgeist

So schlecht wie nach dem Aus in Südkorea war Boll zuletzt im Januar 2002 platziert. Damals allerdings rappelte er sich rasch auf, verbesserte sich nur einen Monat später erstmals unter die stärksten Zehn und löste Ex-Doppelweltmeister Roßkopf als deutsche Nummer eins ab. Ein Jahr später thronte der Linkshänder als erster Deutscher auf Platz eins. Davon ist Boll nach Verletzungspause und Rückschlägen derzeit weit entfernt. Anfang des Jahres fiel der Rekordeuropameister nach vier Monaten Zwangspause sogar aus der Weltranglisten-Wertung.

Groll gegen Trickser und Betrüger

Eine Momentaufnahme, die Boll nur am Rande ärgerte. Gravierender sieht er dagegen die vor Jahren eingeführten Regeländerungen. "Die Verkürzung des Satzes auf elf Punkte war im Sinne der Spannung und Dramatik sicherlich richtig. Die Vergrößerung des Ballumfangs hingegen hat für Spieler und Zuschauer nichts gebracht", sagte er dem "Handelsblatt". Viel gravierender seien jedoch Betrüger, die ihre Schläger und Beläge manipulierten. "80 Prozent - so meine Schätzung - entsprechen nicht den Regeln", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Trickser zu überführen sei allerdings schwer: "Die Mess- und Kontrollverfahren lassen das nicht zu."

Fair-Play-Preis nach der WM 2005

Boll, der vielleicht fairste Spieler weltweit, muss das schwer auf die Nerven gehen. "Mein Leitmotiv ist hinlänglich bekannt: Tischtennis ist meine Liebe, und seine Liebe betrügt man nicht." Beispiele gibt es manche. Von der Weltmeisterschaft 2005 in Shanghai zum Beispiel: Im Achtelfinale gegen Liu Guozheng hatte er Matchball - und gab ihn zurück, weil der Ball des Chinesen seiner Meinung nach die Tischkante berührt hatte. Boll verlor und schied aus. Die Silbermedaille im Doppel mit Christian Süß entschädigte ihn - ebenso der Fair-Play-Preis des Weltverbandes und die Anerkennung von Millionen Fans.

Stand: 04.08.16 14:19 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge USA USA 46 37 38
2. Flagge Großbritannien GBR 27 23 17
3. Flagge Volksrepublik China CHN 26 18 26
4. Flagge Russland RUS 19 18 19
5. Flagge Deutschland GER 17 10 15
6. Flagge Japan JPN 12 8 21
7. Flagge Frankreich FRA 10 18 14
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